18:23 18 November 2019
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    Krim-Brücke über die Kertsch-Straße

    Ukrainischer Geheimdienst SBU will russischen Tanker festgesetzt haben

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    Der ukrainische Geheimdienst SBU hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Militärstaatsanwaltschaft des Landes den russischen Tanker „Nika Spirit“ festgesetzt. Dies teilte der SBU am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite mit.

    Der russische Tanker sei durchsucht, die Besatzung befragt und Dokumente seien gesichert worden, hieß es. Der Tanker, der zuvor „Neyma” hieß und in den Vorfall in der Straße von Kertsch im vergangenen November mit der Blockade ukrainischer Kriegsschiffe involviert gewesen sein soll, wurde im Hafen Ismail in der Region Odessa festgesetzt. 

    Der SBU will demnach Dokumente, Funkaufzeichnungen und Bordbücher von dem Zwischenfall im November suchen. Erwartet werde ein gerichtlicher Arrest des Schiffes als Beweismittel.

    Nach Angaben des ukrainischen Nachrichtenportals „Strana.ua” sind die russischen Seeleute bereits freigelassen worden

    Erste Reaktion aus Moskau

    Das Außenministerium in Moskau hat sich inzwischen zu dem Vorfall geäußert. Russland kläre derzeit die Festsetzung des Tankers auf, um entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können.

    „Wenn es hier um eine Geiselnahme von Russen geht, wird das als gröbster Verstoß gegen das Völkerrecht eingestuft und die Folgen werden nicht lange auf sich warten lassen“, hieß es in einer Erklärung des russischen Außenministeriums.

    Der Vize-Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des russischen Föderationsrates (Parlamentsoberhaus), Wladimir Dschabarow, verurteilte die Festsetzung des russischen Tankers aufs Schärfste.

    „Es ist offensichtlich ein Akt der Piraterie, der vom SBU begangen worden ist. Im Grunde ist man gegen einen souveränen Staat, gegen unser Schiff vorgegangen“, so der Politiker. Die Begründung, dass der Tanker angeblich ukrainische Schiffe im November blockiert habe, sei überhaupt nicht stichhaltig, da es sich damals um eine Verletzung der russische Staatsgrenze gehandelt habe.

    „Ich will betonen, dass das auch vor der Wiedervereinigung der Krim mit Russland eine russische Staatsgrenze gewesen war“, betonte Dschabarow weiter.

    Er wolle hoffen, dass der heutige Vorfall nicht direkt vom ukrainischen Oberbefehlshaber Wladimir Selenski angewiesen worden sei. Die scheidende Leitung der ukrainischen Sicherheitskräfte habe wohl nach der Wahl der neuen Regierung dem neuen Präsidenten einen bösen Streich spielen wollen, um ihm einen möglichen Dialog mit Russland zu erschweren.

    Vorfall in der Straße von Kertsch

    Die russische Küstenwache hatte am 25. November drei ukrainische Schiffe aufgebracht, die ins Asowsche Meer einlaufen wollten, ohne dass die Durchfahrt zuvor beim russischen Grenzschutz angemeldet worden war.

    Die Schiffsbesatzungen reagierten nicht auf Warnungen der russischen Seite und führten gefährliche Manöver aus. Sie wurden in den Hafen von Kertsch gebracht. Die 24 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und nach Moskau überstellt, wo gegen sie eine gerichtliche Klage erhoben wurde.

    ta/gs

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    Tags:
    Tanker, Russland, Ukraine