16:39 17 Februar 2020
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    Erstmals seit Aufzeichnung der Temperaturmessungen in Deutschland ist die Temperatur über 41 Grad gestiegen.

    Nach vorläufigen Messergebnissen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurden am Donnerstag im niedersächsischen Lingen 41,5 Grad verzeichnet. Dieser Wert wurde um 15.10 gemessen, sagte ein Sprecher.

    Nach diesen Messergebnissen wurden gleich mehrere frische Temperaturrekorde hinfällig. Noch um 14.20 waren in Bonn-Roleber 40,6 Grad gemessen worden. Dort waren zwei Stunden zuvor, wie bereits am Mittwoch in Geilenkirchen 40,5 Grad verzeichnet worden. Um 15.10 Uhr, als auch der historische Hitzewert in Lingen gemessen wurde, war es in Bonn-Roleber 40,7 Grad heiß.

    Der Lingener Rekord, der noch überprüft werden muss, könnte aber durchaus noch einmal purzeln.

    „Das ist ein vorläufiger Zwischenstand”, betonte DWD-Sprecher Andreas Friedrich zu diesen vorläufigen Zahlen. „Ich lege nicht die Hand dafür ins Feuer, dass es bei diesem Wert bleibt.”

    Die höchsten Temperaturen des Tages werden zwischen 16 und 17 Uhr erwartet.

    Kitzingen legt Hitze-Krone nieder

    Zuvor hatte das unterfränkische Kitzingen vier Jahre lang seinen Ruf als heißester Ort Deutschlands behauptet. Dort waren im Sommer 2015 gleich zweimal 40,3 Grad gemessen worden.

    Der DWD rechnete für Freitag noch einmal mit Extremhitze - auch wenn der Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle demnach nun aber wohl überschritten ist. Im Westen könnte es nach DWD-Angaben noch einmal knapp 40 Grad heiß werden, sonst liegen die Höchstwerte zwischen 32 und 38 Grad - also keine echte Abkühlung. Im Osten Deutschlands dürfte das Thermometer nicht über 35 Grad hinaus steigen, im Nordosten und an den Küsten liegen die Höchsttemperaturen bei 29 Grad.

    „Nur” 27 bis 34 Grad

    Am Wochenende sollen die Temperaturen dann einen deutlichen Satz nach unten machen - dann ist es am Samstag „nur” 27 bis 34 Grad warm. Zudem steigt das Gewitterpotenzial am Freitag und während des Wochenendes. Vor allem in der Südhälfte Deutschlands und im Westen sind auch örtlich Unwetter möglich.

    Ermittelt werden die Temperaturen beim DWD einerseits mit Hilfe des hauptamtlichen Messnetzes mit rund 180 Wetterstationen. Dazu kommen mehr als 800 Stationen im nebenamtlichen Netz, so dass es insgesamt rund 1000 offizielle Stationen gibt. Für die Erfassung der Temperaturen sind laut DWD aber lediglich rund 500 Stationen relevant, die möglichst flächendeckend übers Land verteilt sind. Außerdem gibt es Messwerte von Partnernetzen, die beispielsweise an Flughäfen betrieben werden, etwa von der Nato oder der Bundeswehr. Laut DWD fallen 42 Stationen in diese Kategorie.

    Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen abgeschaltet

    Zuvor war berichtet worden, dass das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen wegen der steigenden Wesertemperatur voraussichtlich am Freitag gegen Mittag abgeschaltet werden soll. Dann wird für das Flusswasser die kritische Temperaturgrenze von 26 Grad erwartet, teilte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums am Donnerstag mit. Zum Schutz des Ökosystems der Weser dürfe dann kein wärmeres Wasser mehr in den Fluss geleitet werden. Sobald sich die Weser nachhaltig abkühle, werde der Betrieb wieder aufgenommen, teilte die Betreibergesellschaft Preussen Elektra mit. Dies wird voraussichtlich am Sonntag der Fall sein, hieß es.

    So heiß wie noch nie in Paris

    Auch die Nachbarn in Paris haben ihren Hitzerekord geknackt. Mit mehr als 42 Grad war es in der französischen Hauptstadt am Donnerstag so heiß wie nie zuvor seit Beginn der Temperaturaufzeichnung, wie der Wetterdienst France Météo mitteilte. Gemessen wurde die Rekordhitze am Park Montsouris im Süden der Metropole. Um 15.20 Uhr verzeichneten die Meteorologen dort 42,4 Grad. Der bisherige Rekord liegt bereits mehr als 70 Jahre zurück: Am 28. Juli 1947 wurden in Paris 40,4 Grad gemessen.

    ai/dpa

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    Deutschland, Sommer, Hitze