13:37 28 Oktober 2020
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    Fast 300 Menschen sind am Samstag nach Polizeiangaben bei einer Protestaktion in Moskau festgenommen worden. Die Demo, die sich gegen den Ausschluss von Oppositionskandidaten bei der anstehenden Wahl zum Moskauer Parlament im September richtet, ist von Behörden nicht genehmigt worden. 

    „Während der nicht genehmigten Aktion im Zentrum der Hauptstadt sind 295 Menschen wegen Ordnungswidrigkeiten festgenommen worden“, teilte ein Polizeisprecher am Samstag mit. Die Festgenommenen, von denen die meisten nicht in Moskau wohnhaft seien, seien zur Aufklärung auf Reviere gebracht worden.

    Zu Beginn der Demo brachen einige Teilnehmer durch die Polizeiabsperrung und versuchten, die zentrale Twerskaja-Straße zu blockieren, nachdem sie die Polizisten mit Pfefferspray besprüht hatten, wie ein Sputnik-Korrespondent vor Ort berichtet. Die Ordnungshüter konnten sie schnell wieder zurückdrängen. 

    In den vergangenen Tagen hatten mehrere Oppositionspolitiker ihre Anhänger zur Demo vor dem Rathaus in Moskau gerufen. Der Anlass war der Ausschluss vieler oppositioneller Kandidaten von der Abstimmung. Die Wahlkommission in Moskau begründete ihre Entscheidung mit gefälschten Unterstützerunterschriften und anderen Fehlern in Unterlagen der ausgeschlossenen Bewerber.

    Obwohl die Behörden die Demo im Stadtkern nicht genehmigt hatten, gingen Hunderte Menschen am Samstag auf die Straße. Nach Polizeiangaben nahmen am Nachmittag 3500 Menschen an der Demo teil, „unter ihnen rund 700 Journalisten und Blogger“.

    Oberbürgermeister Sergej Sobjanin hatte zuvor vor Versuchen gewarnt, Unruhen zu stiften. Er versicherte, dass die Behörden im Rahmen des Gesetzes handeln würden, um die Ordnung sicherzustellen. Die Moskauer werden am 8. September ein neues Stadtparlament wählen.

    sp

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