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12:24 14 Oktober 2019
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    Einfahrt in die Militärbasis Area 51 im US-Bundesstaat Nevada

    Von Alien-Jägern „belagert“: Welche Geheimnisse birgt US-Militärsperrgebiet „Area 51“?

    © AP Photo / John Locher
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    Zwei Millionen Menschen wollen das Sperrgebiet der United States Air Force „Area 51“ erstürmen, um die dort angeblich befindlichen Außerirdischen zu „befreien“.

    Die meisten davon sind Spaßvögel, mit dabei aber auch Ufologen und Alienverehrer, die es ernst meinen. Die US-Luftstreitkräfte warnten, diese im Ernstfall mit Waffengewalt zu stoppen.

    Objekt mit sehr hoher Geheimhaltungsstufe

    Verschwörungstheoretikern zufolge steht die US-Regierung im „Area 51“ im Bundesstaat Nevada geheim mit außerirdischen Zivilisationen in Kontakt und vollführt Experimente an Außerirdischen.

    2013 legte die CIA mehrere Dokumente offen. Es wurde eine genaue Lage des Sperrgebiets veröffentlicht, von der früher niemand wirklich wusste. Es befindet sich in der Mojave-Wüste, 160 Kilometer von Las Vegas entfernt, nahe der Edwards Air Force Base.

    Bis 1950 befand sich in der Wüste in Nevada ein Gelände, wo Kampfflugzeug-Piloten das Schießen übten. Warum das Objekt „Area 51“ genannt wurde, ist nicht bekannt. Vermutlich war die Namensgebung mit der Nähe zu einem Atomgelände in Nevada verbunden, das in nummerierte Zonen eingeteilt wurde. In den 1950er Jahren wurden in „Area 51“ die Aufklärungsflugzeuge U-2 getestet, die Flüge auch über der Sowjetunion absolvierten.

    Seit dieser Zeit finden dort nach offiziellen Informationen Militärübungen statt. Das Sperrgebiet bleibt weiterhin streng geheim. Die Mitarbeiter – sowohl militärische als auch zivile – werden vom Flughafen Las Vegas mit einem Passagierflugzeug ohne Erkennungszeichen dorthin gebracht. Das Gebiet um die „Area 51“ gehört dem Staat, auf Schritt und Tritt sind Warnungen zu sehen, dass Foto- und Videoaufnahmen verboten seien und man sich den Absperrungen nicht annähern dürfe. Jeder, der das Militärgelände betritt, unterzeichnet eine Vertraulichkeitserklärung.

    Allerdings steht in den CIA-Dokumenten nichts darüber, dass sich auf dem streng abgeriegelten Gelände Vertreter außerirdischer Zivilisationen befinden. Das hält Ufologen, die nach Kontakten mit außerirdischem Leben suchen, jedoch nicht ab, allerlei krude Theorien über das Militärgebiet zu spinnen.

    Legenden über UFO

    Von UFOs über dem Stützpunkt sprechen die Verschwörungstheoretiker seit den 1950er Jahren, als geheime Aufklärungsflugzeuge mit ungewöhnlicher Form Probeflüge über der Wüste absolvierten. Das Kommando der US-Luftstreitkräfte beeilte sich nicht, die Gerüchte zu zerstreuen.

    Neugierigen wurde gesagt, dass das über der Wüste eine „Naturerscheinung“ bzw. die Folgen der Flüge von Geräten wären, die Wetterverhältnisse in großer Höhe analysieren.

    Die U-2-Tests endeten Ende der 1950er Jahre, doch die Air Base wurde nicht geschlossen und wurde weiter für die Tests der militärischen Fluggeräte genutzt, darunter das Angriffsflugzeug F-117 Nighthawk und das Aufklärungsflugzeug A-12.

    Legenden über Außerirdische auf dem Stützpunkt sind bereits Teil einer Pop-Kultur in Nordamerika. 1989 warf Robert Lasar, der angeblich in „Area 51“ arbeitete, den Behörden Lügen vor und berichtete von neun außerirdischen Raumschiffen, die im Stützpunkt aufbewahrt werden. Er legte keine Beweise vor. Er erklärte alles einfach – die Regierung habe die Informationen über seine reale Vergangenheit vernichtet.

    Außerirdische retten

    Es ist unmöglich, die tatsächlichen Entwicklungen auf dem Militärgelände zu erfahren.  Das regt die Phantasie der Ufologen an. Einige sind davon überzeugt, dass man dort Menschen mit Humanoiden kreuzt, andere meinen, dass Außerirdische bereits die Welt erobert haben und sich auf dem Stützpunkt ihre geheime Regierung befindet. Laut einer Version wurde in „Area 51“ die Mondlandung der US-Astronauten nachgeahmt. Die originellste Theorie: „Area 51“ wurde speziell erfunden, um von einem echten Militärobjekt abzulenken, wo Außerirdische erforscht werden.

    Am 27. Juni tauchte auf Facebook die Gruppe „Storm Area 51“ auf. Die Organisatoren schlagen vor, sich ins Amargosa-Tal zu begeben, den militärischen Stützpunkt am 20. September zu erstürmen, sich die Außerirdischen anzusehen und sie zu retten.

    Innerhalb eines Monats erklärten sich 1,9 Mio. Menschen bereit, an der Erstürmung teilzunehmen, weitere 1,4 Mio. zeigten Interesse an der Veranstaltung. Es war nicht gelungen, Kontakt zu den Organisatoren der Aktion aufzunehmen. Anscheinend war es nur ein Witz.

    „Wir werden uns bei der Touristenattraktion Außerirdischen-Zentrum in Area 51 treffen und entscheiden, wie wir auf den Stützpunkt gelangen“, heißt es auf Facebook. In den Kommentaren werden absurde Pläne zur Erstürmung der Air Base unter Teilnahme der Steinewerfern und Besitzer magischer Fähigkeiten vorgeschlagen.

    Kommentatoren teilen auch aktiv Memes, warnen vor einer möglichen Gefahr und verweisen darauf, dass alle Außerirdischen bereits seit langem an einen anderen Ort verlegt worden seien. Einige äußern die Vermutung, dass die Erstürmung von Mark Zuckerberg selbst organisiert werde, um seinen Vater zu retten – im Netz wurde mehrmals hervorgehoben, dass der US-Milliardär einem Außerirdischen ähnele. Es werden Aufnahmen von angeblich geheimen Objekten veröffentlicht, wo Menschen in Uniform besprechen, was Naruto-Laufen ist. Einige posten eigene Lauftrainings vor der Erstürmung. Alles wohl nur Spaß.

    Dabei machen die Organisatoren ihre Idee bereits zu Geld. Auf der Seite Stormarea 51 werden T-Shirts (20 Dollar), Tassen (15 Dollar) und Taschen (40 Dollar) mit Symbolen der Air Base und der Abbildung von Außerirdischen verkauft. 

    ​Allerdings warnten die US-Luftstreitkräfte bereits, dass sie bei jedem Versuch eines nicht sanktionierten Eingriffs in Area 51 zur Waffengewalt greifen werden.

    In Nähe des Sperrgebiets befindet sich in der Stadt Rachel das Hotel Little A’Le’Inn. Wie Pat, die dort seit 30 Jahren arbeitet, sagt, habe sie zum ersten Mal mit einem Auflauf in dieser Größenordnung zu tun. „Die ganzen Jahre befassten wir uns mit Touren und Veranstaltungen über Außerirdische. Der Stützpunkt ist nur wenige Kilometer entfernt. Doch diesmal läuft alles hemmungslos.“

    „Das alles sieht ernsthaft aus, sie wollen tatsächlich kommen, wir sind für diese Daten ausgebucht, ich kann mich nicht an so etwas erinnern“, so Pat. In der Nähe gibt es fast nichts, vielleicht nur ein paar Ranchos, auf der Hotelwebseite wird sogar gewarnt, dass es in der Nähe keine Tankstellen gibt. „Die Polizei und die örtlichen Behörden wissen Bescheid, dass die Welle der Alien-Jäger kommen wird. Doch wir organisieren bislang nichts, weshalb es wohl schwierig sein wird, die Menschen zu kontrollieren.“

    Ihr zufolge ist der Stützpunkt streng geheim und wird gut bewacht. „Natürlich kann niemand in den Stützpunkt eindringen, doch sie sind wohl sehr entschlossen gestimmt. Wir warten auf alle, werden alle gerne empfangen und alles tun, damit nichts Schlimmes passiert“, so die Hotelmitarbeiterin.

    Ob zwei Millionen Enthusiasten tatsächlich Ende September nach Nevada kommen oder eher im virtuellen Raum bleiben werden, ist schwer zu sagen. Doch selbst wenn sie das Tor des Stützpunktes erreichen, würden sie es kaum schaffen, eines der größten Geheimnisse in der Geschichte der Menschheit aufzudecken.

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    Tags:
    Alien, Außerirdische, USA, Nevada, Area 51