23:47 12 August 2020
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    Am ersten August feiern die Schweizer ihren Nationalfeiertag. Dieses Datum soll seit 728 Jahren die Gründung der Eidgenossenschaft markieren. Zwar bestehen Unklarheiten über den echten Entstehungszeitraum, doch worum geht es eigentlich beim ersten August? Was feiern die Schweizer und wie nahe sind wir eigentlich unserem Nachbarland?

    An jedem 1. August feiert die Schweiz Geburtstag. In diesem Jahr schon zum 728. Mal! In sämtlichen Regionen finden Feste mit Feuerwerken, Umzügen, und Reden statt. Die wohl bedeutendste Veranstaltung ist die auf der Rütli-Wiese. Dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) zufolge haben sich dieses Jahr über 2.200 Menschen dafür angemeldet.

    Der Mythos

    Zurückgeführt wird der Nationalfeiertag auf den „Rütlischwur“, der auch in Friedrich Schillers berühmtem Drama „Wilhelm Tell“ vorkommt. Zu diesem Anlass versammelten sich mutmaßlich die Vertreter der Talgemeinden Uri, Schwyz und Unterwalden und schlossen ein Landfriedensbündnis ab. Grund dafür war die Unterdrückung durch die Habsburger. Dieser Zusammenschluss sei die Geburtsstunde der Schweizerischen Eidgenossenschaft gewesen. Der Name „Rütli“ bezieht sich dabei auf die Wiese am Vierwaldstätter-See, auf der diese Versammlung stattgefunden hat.

    Doch das offizielle Datum der Vereinigung wurde erst im 19. Jahrhundert von den Bernern bestimmt, den Einwohnern der Schweizer Hauptstadt. Im Zuge dessen wurde der auf Latein verfasste „Bundesbrief“, der auf das Jahr 1291 datiert, zur Gründungsurkunde der Schweiz. Allgemein besteht noch Unsicherheit darüber, welches das eigentliche Datum der Gründung war.

    Die Schweiz: Ein neutraler Fleck in Europa

    Die Neutralität „verbietet der Schweiz, sich an militärischen Konflikten zu beteiligen“, wie es die offizielle Internetseite der Schweizerischen Eidgenossenschaft formuliert. Obwohl die Schweiz inmitten Europas liegt, bildet sie einen „Ausnahmestaat“. Sie gehört weder zur EU, noch zur NATO oder den G20. Trotzdem wird sie oft mit der EU in Verbindung gebracht. Das liegt wohl auch an den vielen sektoriellen Abkommen und Verträgen, die die Schweiz mit der EU abgeschlossen hat.

    Dazu hat sich der Bundespräsident Ueli Maurer in einem Interview mit dem SRF ebenfalls geäußert. In seinem traditionellen „1.-August-Interview“ sprach er sich positiv zu den politischen Entwicklungen der EU aus, in Bezug auf die Kommissions-Präsidentschaft von Ursula von der Leyen. Er habe auf jeden Fall ein besseres persönliches Verhältnis zu ihr als zu ihrem Vorgänger Jean-Claude Juncker. Auch wenn die Chemie besser zwischen ihnen stimmt, weiß Maurer, dass sie die Interessen der EU vertritt und nicht die der Schweiz. „Wenn von der Leyen sich ein Denkmal schafft, dann steht es in Brüssel und nicht in Bern“, sagte der Bundespräsident dem SRF.

    Doch wie in jedem Staat gibt es auch in der Schweiz Stimmen, die sich für und gegen den Nationalstolz äußern. Für viele Schweizer ist der erste August ein besonderes Fest, auf das sie sehr stolz sind und oftmals auch ihren Patriotismus offen darlegen. Aber es gibt auch Leute, die sich einfach nur freuen, einen Feiertag zu genießen, ohne eine emotionale Bindung damit zu haben. Diese Unterschiede sind meist gesellschaftsübergreifend, egal ob in den Städten oder kleinen Bergdörfern. Die große Mehrheit freut sich natürlich darüber, auch wenn nicht jeder Schweizer für die Reden und die Politik ans Fest kommt.

    lm

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    Tags:
    Gründung, Staat, Schweiz