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09:06 19 September 2019
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    Mars-Kolonisierung (Symbolbild)

    Flug zum Mars: Strahlung kann Astronauten Gedächtnis nehmen – Forscher beweisen es

    © Sputnik / S.Simnoch
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    Ein langes Leben im Weltraum auf dem Weg zum Mars wird laut den Forschern die Raumschiff-Crew mehr anfällig für Panikanfälle und die Amnesie machen, da die Weltraumstrahlung die Signalübertragung in ihrem Gehirn beeinflussen wird. Forscher haben die Ergebnisse ihrer Experimente an Mäusen im Fachmagazin „eNeuro“ veröffentlicht.

    „Wir haben äußerst ernsthafte Veränderungen im Benehmen der Mäuse und im Funktionieren ihres Gehirns festgestellt, die nach einem halben Jahr ihrer Bestrahlung mit realistischen Neutronenportionen entstanden sind. Wir sind die Ersten, denen es gelungen ist zu zeigen, dass die Realisierung der Nasa-Pläne bezüglich der Reise zum Mars mit einem erhöhten Risiko verbunden sein wird“, erklärte Charles Limoli von der University of California in Irvine (USA).

    In den letzten Jahren studieren die Mediziner intensiv die Folgen eines dauerhaften Aufenthaltes im Weltraum für den Organismus des Menschen. Die meisten Forschungen wurden an Bord von US-Shuttles oder unmittelbar auf der ISS sowie an Bord einer Reihe russischer Biosatelliten durchgeführt. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, eine Reihe von Gefahren für die Gesundheit der zukünftigen Mars-Siedler oder Erforscher des fernen Weltraums aufzudecken.

    So hätten Experimente an den Taufliegen gezeigt, dass das längere Leben in der Schwerelosigkeit zur Schwächung der angeborenen Immunität führe und die Insekten angreifbar für Pilze mache, aber auch die Ablesbarkeit einer Reihe von Genen störe. Darüber hinaus beschleunige das Leben im Weltraum die Alterung des Knochenmarks, in dem sich neue Immunzellen bilden, und ein langes „Bombardement“ des Gehirns mit der Weltraumstrahlung senke den IQ unumkehrbar.

    Limoli und seine Kollegen haben die Mäuse unter jene Bedingungen gebracht, die maximal denjenigen nahe sind, unter welchen die Marsonauten auf dem Flug zum Roten Planeten und dann zurück zur Erde werden  leben müssen.

    Die Forscher haben ausgerechnet, welche Typen der Weltraumstrahlung am stärksten auf die Tiere einwirken werden, und haben aufgrund des radioaktiven Californium-252 einen Sonderausstrahler geschaffen. Die Zerfallsprodukte dieses instabilen Isotops zeigten sich jenem Teilchenstrom sehr ähnlich, der den Organismus der Kosmonauten und Astronauten während des Fluges zum Mars „bombardieren“ wird.

    Die Strahlung machte die Zellen des Gedächtniszentrums weniger aktiv und miteinander verbunden, sie verschlechterte ihre Fähigkeit, neue Bindungen mit den Nachbarn zu formieren. Ähnliche Veränderungen ereigneten sich im Mandelkern und im präfrontalen Cortex.

    Alle diese Anomalien blieben für die Mäuse nicht ohne Folgen – bei den Nagetieren seien Gedächtnisrisse aufgetaucht, sie haben sich schlechter die ihnen bereits bekannten Nachbarn eingeprägt, schlechter neue Objekte in ihrem Käfig erkannt, schlechter den Ausweg aus dem Labyrinth gefunden und schlechter andere mit den Funktionen des Gedächtnisses verbundene Aufgaben gelöst.

    All das zeugt laut Limoli davon, dass die Menschheit erst verstehen muss, wie die Astronauten und Kosmonauten vor der Einwirkung der Weltraumstrahlung geschützt und wie jene Effekte unterdrückt werden können, die durch diese Strahlung erzeugt werden, ehe man zum Mars oder zu anderen fernen Planeten des Sonnensystems startet.

    ek/mt/sna

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    Tags:
    University of California, Auswirkungen, Strahlung, Gehirn, Gedächtnis, Forscher, Erde, Mars