05:55 07 Juni 2020
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    Am Dienstag hat die Schweizer Bundesanwaltschaft bekannt gegeben, eine Anklage gegen ehemalige DFB-Funktionäre zu erheben. Ihnen wird vorgeworfen, über den Zweck einer Zahlung von 6,7 Millionen Euro falsche Angaben gemacht zu haben. Das berichtet die Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“.

    Die Schweizer Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen drei ehemalige Funktionäre des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), wie die Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ am Dienstag meldet. Bei den Angeklagten handelt es sich danach um Horst Rudolf Schmidt, Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach. Zudem klage die Bundesanwaltschaft auch den ehemaligen Schweizer Fifa-Funktionär Urs Linsi an.

    Die Zeitung schreibt, der Grund sei die Affäre um die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Den Angeklagten werde Mittäterschaft und Gehilfenschaft vorgeworfen. Sie sollen das Organisationskomitee der WM mit einem falschen Zahlungszweck einer Summe von 6,7 Millionen Euro getäuscht haben.

    Nach Angaben der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) haben die Beschuldigten die Vorwürfe zurückgewiesen. Zwanziger solle dem Sportinformationsdienst (SID) gesagt haben, dass die ganze Schweizer Kampagne „desolat, bösartig“ und zum Scheitern verurteilt sei.

    Verfahren gegen Beckenbauer fortgesetzt

    Ein abgetrenntes Verfahren gegen den WM-Organisationschef Franz Beckenbauer steht damit im Zusammenhang. Aufgrund des Gesundheitszustands von Beckenbauer würde eine gemeinsame Beurteilung das weitere Verfahren nur „unnötig verzögern“, wird berichtet.

    Laut den Zeitungen haben Ermittlungen ergeben, dass Beckenbauer 2002 ein Darlehen vom ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfuss von 10 Millionen Franken (9,16 Millionen Euro) erhalten hatte. Dieses Geld sei dem katarischen Unternehmen von Mohammed Bin Hammam zugeflossen. Bin Hammam war zu dieser Zeit Mitglied der Fifa-Finanzkommission. Wozu diese 10 Millionen Franken verwendet wurden, konnte den Berichten zufolge bisher nicht abgeklärt werden.

    Im April 2005 flossen danach 6,7 Millionen Euro von einem Konto des DFB zur Fifa und von dort auf ein Schweizer Konto von Louis-Dreyfuss. Damit seien die Schulden Beckenbauers gegenüber dem Adidas-Chef getilgt worden. Der „Tages-Anzeiger“ berichtet, dass die Anklage gegen Beckenbauer und die anderen Beschuldigten auf die Abwicklung dieser Rückzahlung zurückzuführen ist.

    lm

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    Tags:
    Geldwäsche, FIFA, Fußball-WM, Anklage, Ermittlung, Deutschland, Schweiz, Deutscher Fußball-Bund (DFB)