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04:30 20 September 2019
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    Monica Lewinsky (Archivbild)

    Dieser Stoff wird niemals alt: Monica Lewinsky erzählt in Krimi-Reihe ihre Sicht der Sex-Affäre

    © AP Photo / Jordan Strauss
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    Sex, Lügen und die große Politik – ein Stoff so alt, wie die Menschheit, und trotzdem ein Dauerbrenner. Das gilt wohl auch für die rund zwanzig Jahre zurückliegende Affäre zwischen Monica Lewinsky und Präsident Bill Clinton. Nun soll die Geschichte in der FX-Reihe „American Crime Story“ neu erzählt werden – unter Mitwirkung von Lewinsky selbst.

    Unter dem Titel „Impeachment: American Crime Story“ soll die Lewinsky-Affäre als 3. Staffel der erfolgreichen FX-Reihe am 27. September 2020 ausgestrahlt werden. Vorlage für das Drehbuch war das 2017 erschienene Buch „A Vast Conspiracy: The Real Sex Scandal That Nearly Brought Down a President“ von Jeffrey Toobin. Monica Lewinsky selbst soll die Serie gemeinsam mit dem Erfinder des Formats, Ryan Murphy, produzieren.

    „Niemand außer dir selbst soll deine Geschichte erzählen“, soll Murphy auf einer Party in Hollywood zu Lewinski gesagt haben. „Ich würde mich unheimlich freuen, wenn du die Serie mit mir zusammen produzieren würdest. Aber du solltest die Produzentin sein und das gottverdammte Geld machen“, zitiert ihn die „Vanity Fair“.

    Sie habe erst Angst gehabt und gezögert, gab Lewinsky in einem schriftlichen Statement gegenüber dem Blatt zu. „Aber nach einem langen Abendessen mit Ryan habe ich so richtig verstanden, wie sehr er sich der Aufgabe verpflichtet fühlt, den Marginalisierten in seiner brillanten Arbeit eine Stimme zu geben.“

    ​Ihre Geschichte sei immer und immer wieder von anderen Menschen erzählt worden, so Lewinsky. Sie sei umso dankbarer, dass die Gesellschaft nun Menschen wie ihr, die immer zum Schweigen gebracht worden seien, endlich die Chance gewähre, sich selbst zu Wort zu melden.  

    „Das ist nicht nur mein Problem. Mächtige Menschen, meist Männer, nutzen ihre Untergebenen die ganze Zeit auf unzähligen Wegen aus. Viele werden diese Geschichte so wahrnehmen, deshalb ist diese Erzählung leider ein Evergreen“, so Lewinsky gegenüber der „Vanity Fair“.

    Monica Lewinsky arbeitete während Bill Clintons erster Amtszeit als Praktikantin im Weißen Haus. Durch ein aufgezeichnetes Gespräch mit ihrer späteren Kollegin im Verteidigungsministerium, Linda Tripp, in dem Lewinski gestand, mit dem US-Präsidenten eine außereheliche Beziehung geführt zu haben, kam die Affäre ans Licht. Im Januar 1998 erreichte der Skandal die Medien. Clinton bestritt die Affäre immer wieder. Im selben Jahr wurde gegen Clinton ein Amtsenthebungsverfahren durch das amerikanische Repräsentantenhaus eingeleitet, das im Senat jedoch scheiterte.

    Für Monica Lewinsky ist der Zeitpunkt für die Verfilmung gut gewählt, weil die laufenden Diskussionen um eine mögliche Amtsenthebung von US-Präsident Donald Trump die jahrzehntealte Geschichte wieder aktuell machen würden. Wie „Spiegel Online“ schreibt, sagen Kritiker hingegen, eine Ausstrahlung, die zeitlich so nah an der nächsten Präsidentschaftswahl ist, könnte die Wahlentscheidung beeinflussen.

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    Tags:
    USA, Monica Lewinsky, Bill Clinton