19:45 14 November 2019
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    Der chinesische Elektro-Bus Joylong iFly

    Deutsche Lada-Händler werden chinesische Elektro-Vans verkaufen

    CC BY-SA 4.0 / Jengtingchen / Wikimedia Commons (cropped)
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    Im Frühjahr hat sich der russische Automobilhersteller AvtoVAZ dafür entschieden, den europäischen Markt zu verlassen. Die deutschen Lada-Händler mussten also nach neuen Lieferanten suchen. Die Frage ist nun gelöst: Ab Oktober werden chinesische Minibusse und Joylong-Vans in ihren Showrooms zu sehen sein. Das Portal „koleso.ru“ lüftet Details.

    Der Rückzug von Lada aus Europa ist mit einer Verschärfung der Umweltvorschriften verbunden, deren Anpassung sich für AvtoVAZ als eine unmögliche Aufgabe erwiesen hat. Die Auslieferung von Autos in die EU-Länder hätte im Frühjahr eingestellt werden müssen, aber bei den Händlern hat sich eine Menge unverkaufter Westa-Modelle und 4x4-Ladas angesammelt. Doch die Verkäufer beeilen sich nicht, die Schilder an den Fassaden zu ändern, zumal niemand die Service- und Garantieverpflichtungen aufgehoben hat.

    Aber was sollen die Händler tun, wenn alle Ladas verkauft sind? Womit sollen sie handeln? Der deutsche Lada-Importeur Automobile GmbH hat sich um seine Abteilungen (ca. 250 Händler) bereits gekümmert: Im Juli bekamen einige Autohäuser die chinesischen Zweisitzer für die Stadt, die rein elektrisch betriebenen Autos ZhiDou D2S (Mutterkonzern ist Geely Holding), die mit einer einzigen Akku-Ladung bis zu 180 km weit fahren können.

    Der ZhiDou D2S mit einem mit Leder bezogenen Innenraum ist für 19.990 Euro erhältlich, also mehr als für jeden Lada. Die Höchstgeschwindigkeit des ZhiDou D2S ist auf 85 km/h begrenzt.  

    In naher Zukunft wird das Angebot an chinesischen Elektroautos bei den deutschen Lada-Händlern erweitert: Im Oktober werden dort auch die Elektrovans EF5 und EW5 von Joylong verkauft, die dem Toyota Hiace bzw. Toyota Alphard der vergangenen Generationen ähneln.

    Der Van EW5 ist ein 4,90 Meter langes Nutzfahrzeug, in dessen Inneren sich 9,6 qm³ Ladevolumen und 1.650 Kilo maximale Zuladung verstecken.  

    Das gleiche Fahrzeug wird auch als Siebensitzer namens EF5 angeboten. Zwei unterschiedliche Akkus stehen zur Auswahl: 53 kWh oder 85 kWh. Je nach gewählter Kapazität kann man bis zu 180 oder 300 Kilometer weit kommen. 

    Möglicherweise werden die Autos aus chinesischer Produktion in Deutschland beliebter sein als manche Lada-Modelle, abgesehen von dem Lada 4x4, der hierzulande einen Kultstatus genießt und den die Deutschen auf altbekannte Weise Niva nennen.   

    AvtoVAZ setzt sehr auf die Liebe der Europäer zu diesem Modell und plant, in drei oder vier Jahren mit einem neuen Niva nach Europa zurückzukehren. Und das Lada-Händlernetz wird bis dahin chinesische Technik verkaufen.

    pd/mt

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    Lada Granta, Lada Vesta, Lada Niva, Lada XRay, Lada 4x4, Händler, Geschwindigkeit, Lada, China, E-Auto, AvtoVAZ