23:49 19 Januar 2020
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    Eine ältere Frau ist nach dem Baden in der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern ums Leben gekommen, schreibt die „Ostsee-Zeitung“ unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS). Darüber hinaus registrierte das Amt seit Juni vier weitere Erkrankungen durch Vibrionen-Infektionen.

    Im Wesentlichen werden Badende mit bestimmten Grundrisiken durch Vibrionen gefährdet, teilte das  Amt früher auf seiner offiziellen Webseite mit. Im Risiko stehen Personen mit chronischen Grundleiden – wie etwa Lebererkrankungen, Alkoholabhängigkeit, Diabetes mellitus – beziehungsweise mit bestehender Immunschwäche (beispielweise nach Transplantationen oder bei einer bestehenden HIV-Infektion) sowie Personen höheren Alters.

    Die Leiterin der Abteilung Gesundheit im LAGuS, Dr. Martina Littmann, teilte gegenüber dem Blatt mit, dass alle Betroffenen zu den bekannten Risikogruppen gehörten. Mit Verweis auf den Datenschutz gab das Amt allerdings nicht preis, wo sich das Todesopfer infizierte und woher dieses stammte.

    Größere Infektionsgefahr bei steigenden Temperaturen

    Die Gefahr von Vibrionen-Infektionen wächst mit steigenden Temperaturen in der Ostsee.

    „Vibrio-Bakterien vermehren sich vor allem bei einem Salzgehalt ab 0,5 Prozent und ab einer Temperatur von etwa 20 Grad Celsius stark“, zitiert die Zeitung Littmann.

    Oberflächliche und tiefe Hautverletzungen sind die Haupteintrittspforten bei Infektionen mit Vibrionen im Ostseeraum, so die Behörde. Über die Wunden gelangen Vibrionen beim Baden oder Wasserwaten in erregerhaltigem Ostseewasser in den Körper. Badegäste, die zu Risikogruppen gehören und Hautverletzungen haben, sollten einen Kontakt mit Meer- oder Brackwasser vermeiden.

    Keine standardmäßige Untersuchung auf Vibrionen

    Trotz der tendenziell steigenden Erkrankungszahlen in den vergangenen Jahren gehört die Untersuchung auf Vibrionen laut Littmann nicht zum standardmäßigen Untersuchungsprogramm der Kreis-Gesundheitsämter. Die Untersuchungen auf Vibrionen erfolgen zusätzlich.

    „Standardmäßige Untersuchungen sind nicht sinnvoll. Das derzeitige durchgeführte Monitoring wird erfahrungsgemäß als ausreichend angesehen.“

    Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Hans Jürgen Heppner, hatte zuvor erklärt, warum eine extreme Hitze vor allem Senioren hart trifft. Das geschieht demzufolge aus ganz konkreten medizinischen Gründen.

    mo/mt

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    Tags:
    Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, Ostsee