02:47 16 November 2019
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    Gebiet Archangelsk (Archivbild)

    Explosion auf Militärgelände in Russland: Fünf Mitarbeiter von Atombehörde Rosatom tot

    © Sputnik / Maria Plotnikowa
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    Bei einer Explosion auf einem militärischen Testgelände im Gebiet Archangelsk (Nordwesten Russlands) sind laut einer Mitteilung der Atombehörde Rosatom von Samstag fünf ihrer Mitarbeiter ums Leben gekommen.

    „Bei einem Zwischenfall, der sich auf einem Testgelände im Gebiet Archangelsk beim Prüfen eines Flüssigkeitsraketentriebwerkes ereignete, sind fünf Mitarbeiter der Staatskorporation Rosatom gestorben“, hieß es am Samstag auf der offiziellen Webseite der Behörde.

    Weitere drei Beamte erlitten demzufolge Verletzungen und Verbrennungen unterschiedlichen Grades. In einer früheren Mitteilung des russischen Außenministeriums war von zwei Todesopfern die Rede. Weitere sechs Vertreter des Verteidigungsministeriums sowie des Entwicklungsbetriebes wurden demnach verletzt.

    Alle Verletzten wurden in ein Krankenhaus gebracht. Einer Quelle in Russlands Verteidigungsamt zufolge kamen bei dem tragischen Zwischenfall Fachleute sowohl von Rosatom als auch des Verteidigungsministeriums ums Leben.

    Weitere Details zur Explosion

    Die Explosion ereignete sich am Donnerstag nach dem Abschluss eines Raketentests, der auf einer Meeresplattform verlief. Der Brennstoff flammte auf, was zu einer Detonation führte, teilte die Behörde gegenüber Sputnik mit.

    „Eine Konstellation trat ein, was nicht selten bei Tests neuer Technologien vorkommt“, so Rosatom.

    Die Behörde drückte den Verwandten und Freunden der Verstorbenen ihr tiefes Beileid aus und versprach den Familien Unterstützung.

    Russische und skandinavische Behörden melden normale Radioaktivitätswerte

    Der Strahlungshintergrund ist nach Angaben des Einheitlichen staatlichen Systems für Radioaktivitäts-Monitoring auf Russlands Territorium (EGASMRO) im Normbereich. Die Gammastrahlung beträgt demnach in Sewerodwinsk – einer russischen Stadt am Weißen Meer, die 30 Kilometer vom Unfallort entfernt ist – zehn Mikroröntgen pro Stunde, in Archangelsk – der Hauptstadt der Region – elf Mikroröntgen pro Stunde. Werte bis 50 Mikroröntgen pro Stunde entsprechen der Norm.

    Die Strahlenschutzbehörden in Norwegen und in Finnland, DSA und STUK, bestätigten am Freitag, dass nach der Explosion im Gebiet Archangelsk keine erhöhte Radioaktivität gemessen wurde. NRPA berieft sich dabei auf die Angaben von Messstationen sowohl in Norwegen als auch in anderen skandinavischen Ländern und in Russland.

    Jod-Medikamente: Apotheken widerlegen Berichte über Ansturm oder Mangel

    Medien berichteten, dass Einwohner der Region sich mit Jod eingedeckt hätten und das Mittel sogar ausverkauft sei. Apotheker berichteten gegenüber Sputnik, dass die Nachfrage nach Jod am Donnerstag kurz gestiegen sei, allerdings gebe es weder Ansturm noch Mangel.

    mo/sb/sna

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    Tags:
    Archangelsk, Russland