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05:26 23 Oktober 2019
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    Jeffrey Epstein

    US-Millionär begeht im Gefängnis Suizid: Tod wirft „ernste Fragen auf“

    © AP Photo / New York State Sex Offender Registry
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    Nach dem Suizid des US-Multimillionärs Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle haben das FBI und das US-Justizministerium eine Untersuchung eingeleitet. Sein Tod werfe „ernste Fragen auf, die beantwortet werden müssen.“ Präsident Donald Trump teilte diesbezüglich einen Tweet, der eine Verwicklung von Bill Clinton in den Tod Epsteins impliziert.

    Mitarbeiter des Gefängnisses in Manhattan hatten die Leiche des Ex-Investmentbankers, der wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagt war, am Samstagmorgen gegen 6.30 Uhr Ortszeit in seiner Zelle entdeckt. Epstein hatte sich erhängt.

    Epstein hatte laut Medienberichten eine Zeit lang unter besonderer Beobachtung wegen möglicher Suizidgefahr gestanden, nachdem er im Juli bewusstlos in seiner Zelle gefunden worden war. Doch diese Beobachtung wurde laut „The New York Times“ zwölf Tage vor dem Suizid unterbrochen. Die Behörden haben laut AP bislang keinen Kommentar dazu gegeben, warum dies geschehen ist.

    Eine drängende Frage für die Ermittler wird nun sein, ob das Gefängnispersonal seine Aufsichtspflicht womöglich vernachlässigte.

    Der US-Komiker Terrence Williams veröffentlichte nach dem Tod des Investors einen Tweet, der später von vielen geteilt wurde, darunter auch von Präsident Donald Trump.

    „Jeffrey Epstein hatte Informationen über Bill Clinton – und nun ist er tot“, hieß es in dem Tweet.

    ​Trump handelte sich damit viel Kritik ein: Ihm wird nun von Medien vorgeworfen, Verschwörungstheorien zu verbreiten.

    Selbstmordversuch

    Epstein soll bereits im vergangenen Monat einen Selbstmordversuch begangen haben. Die Gefängniswächter im Manhattan’s Metropolitan Correctional Center hatten ihn am 23. Juli in fast bewusstlosem Zustand mit Blutergüssen am Nacken entdeckt.

    Die „New York Times” berichtete früher unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen, dass Epstein am 6. Juli in New York verhaftet worden war. Laut dem Sender CBS Miami wurde er nach der Landung seines privaten Jets am Flughafen von New Jersey von Beamten gestoppt. Seine Wohnung in New York wurde demnach durchsucht.

    „Massagen” in der Villa in Palm Beach

    Der Hedge-Fonds-Manager Epstein, ein ehemaliger Mathematik-Lehrer, hatte Luxus-Wohnsitze in Palm Beach und New York sowie Verbindungen in die höchsten Kreise – bis hin zu Ex-Präsident Bill Clinton, Prinz Andrew und dem heutigen US-Präsidenten Donald Trump.

    Seit den ersten öffentlich bekannten Vorwürfen gegen Epstein sind mehr als zehn Jahre vergangen. 2007 wurde ihm zur Last gelegt, Dutzende minderjährige Mädchen belästigt zu haben. Er soll sie für „Massagen” in seine Villa in Palm Beach gerufen und sie dazu aufgefordert haben, sich dabei auszuziehen. In manchen Fällen soll es auch zu sexuellem Missbrauch gekommen sein.

    Der 66-Jährige war im Juli in New York verhaftet worden. Der Prozess gegen ihn sollte im Juni 2020 beginnen. Vor rund vier Wochen wurden neue Vorwürfe gegen den Unternehmer erhoben. Die New Yorker Staatsanwaltschaft beschuldigte ihn, im Zeitraum von 2002 bis 2005 Dutzende Mädchen missbraucht und zur Prostitution angestiftet zu haben. Epstein plädierte auf nicht schuldig.

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    Tags:
    Selbstmord, Gefängnis, USA