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12:30 19 August 2019
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    Pension in Passau, wo am 11. Mai drei Tote entdeckt wurden

    Armbrust-Morde von Passau: Opfer sahen sich als „Welterschaffer“

    © AP Photo / Matthias Schrader
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    Im Passauer Armbrust-Fall gehen die Ermittler davon aus, dass zwei der Opfer vor ihrem Tod mit K.o.-Tropfen betäubt wurden. Das sagte der Passauer Oberstaatsanwalt Walter Feiler am Montag mit Blick auf den Ermittlungsabschluss der Polizei. Alle Toten gehörten demnach zu einer Gruppe, die sich als „Welterneuerer und Welterschaffer“ gesehen hatte.

    Nachdem die Frau einen 53-jährigen Mann und eine 33-Jährige als ihre Begleiter in einer Pension in Passau getötet hatte, richtete sie sich mit einer Armbrust hin. Mitarbeiter einer Pension hatten die drei am 11. Mai tot auf deren Zimmer gefunden. Der Mann war Kopf einer obskuren Gruppe, in der er Frauen um sich scharte.

    Die Ermittler gehen davon aus, dass die 30-Jährige ihre Begleiter mit deren Einverständnis tötete. Die drei Toten in Passau sowie zwei weitere tote Frauen, die in einer Wohnung im niedersächsischen Wittingen gefunden worden waren, gehörten nach Angaben von Feiler zu einer Gruppe, die sich als „Welterneuerer und Welterschaffer“ gesehen hatte und der Meinung war, schon mehrfach wiedergeboren worden zu sein. Die Toten hätten das „Dasein“ verlassen, „um an anderem Ort oder zu anderer Zeit eine neue Welt oder ein neues System zu erschaffen“.

    Die in Wittingen tot aufgefundenen 19 und 35 Jahre alten Frauen sind laut Feiler wohl an einer Vergiftung gestorben. Genaueres wisse man noch nicht. „Es deutet manches darauf hin, dass die beiden freiwillig und ohne Beteiligung dritter aus dem Leben geschieden sind“, sagte er.

    Die toten Frauen waren mit vier bis fünf weiteren Frauen Mitglied der Gruppe gewesen, die sich um den 53-Jährigen scharte, wie Staatsanwalt Feiler weiter erklärte. Der Mann habe laut einer Aussteigerin sexuelle Kontakte zu den Frauen gehabt und sich um sie gekümmert, sagte Feiler.

    Zeugen hätten den 53-Jährigen als dominant und manipulativ beschrieben, er sei als Kampfsporttrainer und Psychologe tätig gewesen. Ob er wirklich eine Ausbildung als Psychologe hatte, ist den Ermittlern nicht bekannt. Die Aussteigerin kommt wie der 53-Jährige aus einer Ortschaft in Rheinland-Pfalz und sei an einem sicheren Ort.

    Die Staatsanwaltschaft Passau prüfe den Bericht der Kriminalpolizei und will klären, ob noch Fragen offen sind. Wenn man sich den Ermittlungen der Kriminalpolizei anschließen wird, werde die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen, sagte Feiler. Denn es gebe keinen lebenden Täter mehr.

    msch/mt/dpa

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    Mord, Passau