04:49 14 Dezember 2019
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    Biene (Symbolbild)

    Über Drohnen und Drogen: Wird die Honigbiene bald zur Drogenfahndung genutzt?

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    Seit mehreren Jahrtausenden nutzt die Menschheit die Honigbiene. Doch dank eines Laborversuchs einer Polizistin und Hobbyimkerin könnten die Insekten bald schon zu polizeilichen Zwecken genutzt werden. Ihr außerordentlich guter Geruchssinn könnte es den Tieren ermöglichen, als Drogenschnüffler eingesetzt zu werden.

    Ein Vorschlag dieser Polizeibeamtin und Hobbyimkerin trifft auf Aufmerksamkeit: Sonja Kessler behauptet nämlich, dass Bienen das Gleiche wie Spürhunde können – ohne zeitaufwendiges Dressieren. Durch ihren guten Geruchssinn würden Bienen nach einer Konditionierung auf den Geruch von Drogen oder Sprengstoff reagieren können. Anhand von Laborversuchen habe Kessler herausgefunden, dass eine Konditionierung von Bienen in kurzer Zeit zu Ergebnissen führt. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) widmet diesem Thema die Titelseite der Augustausgabe ihrer Gewerkschaftszeitung. Zudem erhielt Kessler für ihre Versuche den „Zukunftspreis für Polizeiarbeit“.

    Das Konditionieren der Bienen lässt sich simpel durchführen: Bei der einen Methode erhalten die Bienen Zuckerwasser als Belohnung, während sie bei der anderen mit einem Stromschlag bestraft werden. Laut der Zeitschrift der Gewerkschaft der Polizei benötigten die Bienen nur einige Durchläufe, so dass sie innerhalb von wenigen Minuten konditioniert sein sollten. Dies bietet einen gewaltigen Vorteil gegenüber dem zeit- und kostenaufwendigen Training von Diensthunden. Doch gibt es auch hier Nachteile: Bienen sind abhängig von den Wetterverhältnissen, da sie bei Regen, starkem Wind oder Kälte gar nicht erst fliegen. Dies stelle nur bei den Freilandflügen ein Problem dar.

    In diesem Zusammenhang gibt es auch den Einwand, ob dies tierschutzrechtlich problematisch sein könnte. In einem Interview mit der Polizeigewerkschaft, gab Kessler zu, dass den Bienen ein kleiner Stromschlag nicht angenehm sei. Doch da dieser den Tieren keine bleibenden Schäden zufüge, sehe Kessler die Sachlage als unproblematisch an.

    Wie weit weg ist die Praxis?

    Einsatzbereit wären die Insekten beispielweise bei Gepäckkontrollen im Flughafen oder aber auch im Freiland. Um zu beobachten wohin die Bienen fliegen, versieht man sie mit stark reflektierender Farbe. Mithilfe einer ferngesteuerten Drohne kann man durch die Reflektion eines Laserstrahls an der Farbe verfolgen, wohin die Bienen fliegen. Aus einer Ansammlung vieler Bienen an einem bestimmten Ort, lässt sich schließen, dass die gesuchte Substanz tatsächlich dort sein könnte.

    Bevor die potenziellen Helfer tatsächlich abheben können, müssen noch viele Dinge geklärt werden. So wurde noch nicht erforscht, wie sensibel die Bienen auf Gerüche reagieren. Damit einhergehend müsste man herausfinden, aus welcher Distanz sie den Geruch überhaupt als solchen wahrnehmen. Außerdem existieren noch keine rechtlichen Voraussetzungen, die man in der Zusammenarbeit mit Bienen beachten müsste. Darunter fallen beispielsweise Verletzungen, die durch die Bienen verursacht werden oder das Überfliegen der Drohnen von privaten Grundstücken. Trotz vieler Unklarheiten, äußert sich die Zeitschrift der Gewerkschaft der Polizei positiv dazu aus, in Bienen künftige Arbeitskollegen zu sehen.

    lm

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