10:38 14 November 2019
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    V. Internationalen Armeespiele

    Auch Nato eingeladen: V. Internationale Armeespiele sind zu Ende

    © Foto : Verteidigungsministerium Russlands/Konstantin Morozov
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    Russland, China und Kasachstan waren die absoluten Protagonisten der V. Internationalen Armeespiele. Das Turnier für Berufssoldaten und Offiziere wurde in zehn Ländern ausgetragen, darunter in China, Indien, Iran, Weißrussland und zum ersten Mal auch in der Mongolei und Usbekistan.

    Innerhalb von zwei Wochen konnte es gut eine Million Zuschauer verbuchen. Die spektakulärsten Etappen spielten sich traditionell vor russischen Zuschauern ab. Insgesamt haben 223 Teams aus 39 Staaten um den Sieg in verschiedenen Kategorien gerungen. Für viele Länder wie Angola, Armenien, Venezuela, Simbabwe, Uganda u. a. m. sind die Army Games inzwischen ein wahres Testgelände für ihre Soldaten. Viele haben bereits den Wunsch geäußert, auch im nächsten Jahr bei den Wettkämpfen mitzumachen.

    Dabei lud der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu auch die Nato-Mitgliedsstaaten ein: „Wir würden bei unseren Spielen auch jedes Nato-Land herzlich willkommen heißen, um ihre Technik und ihr Können zu sehen.“ Tatsächlich ist es besser, auf Truppenübungsplätzen und im Rahmen von Sportwettkämpfen seine Kräfte zu messen als auf einem realen Schlachtfeld. Bisher hatte die Allianz kein Interesse an den Spielen bekundet, aber in diesem Jahr waren dabei die Streitkräfte Griechenlands vertreten, während Frankreich, die USA, die Slowakei und die Türkei ihre Beobachter entsandt hatten.

    Besonders spektakulär fiel das Panzerbiathlon auf dem Übungsplatz Alabino bei Moskau aus. Seit 2013, als das erste Turnier veranstaltet wurde, ist die Zahl der Teilnehmerländer von der bescheidenen Vier auf 20 Mannschaften angestiegen. Die Regeln sind dieselben wie beim Skibiathlon: man soll die Strecke mit Hindernissen möglichst schnell zurücklegen und alle Ziele treffen. Fehlschüsse bei verschiedenen Übungszielen aus verschiedenen Entfernungen wurden mit einer zusätzlichen 500-Meter-Runde bestraft. Ins Finale sind Besatzungen aus Russland, Weißrussland, Kasachstan und Aserbaidschan eingezogen.

    Mit dem neuen Geschwindigkeitsrekord von 84 km/h und mit 21 von den 24 möglichen Treffern (die beste Leistung am Schießstand) gewann die russische Mannschaft das Rennen. Das Silber ging an das weißrussische Team und die Bronze an das kasachische. Alle Besatzungen traten mit Dieselpanzern aus russischer Produktion Т-72BSU an. Die russische Seite hatte gut 100 davon für die Teilnehmer bereitgestellt. Das Team der Volksrepublik China verwendete wie auch früher Panzer aus eigener Produktion vom Typ 96B und das weißrussische Team einen Т-72-Panzer, modernisiert in den einheimischen Betrieben.

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    Laut den Wettkampfregeln war jedes Teilnehmerland in der Staffelfahrt mit je drei Besatzungen und einem Panzer vertreten. Der Staffelwechsel erfolgte durch die Ablösung der Besatzung, welche die festgelegte Aufgabe erledigt hatte. Im Verlauf der Staffelfahrt legte jedes Team rund 50 km zurück. Dabei musste es 27 Hindernisse überwinden und auf dem Beschleunigungsabschnitt die höchstmögliche Geschwindigkeit entwickeln.

    In diesem Jahr traten neben den Dieselpanzern erstmals auch die russischen Panzer T-80UE-1 mit Gasturbinenantrieb an. Dabei hatten sie Frauen-Besatzungen. Auch das war ein Novum. Die Fahreigenschaften dieser Panzer sind deutlich besser als bei Dieselmotorpanzern dank den besonderen Eigenschaften der starken Gasturbine. Deshalb haben Panzer mit Gasturbinen im Panzerbiathlon apriorisch einiges voraus, da hier die Beschleunigungsfähigkeit und die Fahrtgeschwindigkeit weitgehend entscheidend sind. Außerdem hat dieser Panzer eine der besten Feuerleitanlagen weltweit.

    Panzerschützen pflegen zu sagen: „Panzer hasst schwache Muskeln“. Der Panzertruppendienst erfordert eine gute sportliche Kondition. Wohl deswegen werden an Militärschulen für den Panzertruppendienst keine Frauen ausgebildet. Die Nachricht, dass diesmal beim Biathlon drei Panzer von Frauenbesatzungen gefahren werden sollten, regten Sozialnetze auf, es wäre nichts für Frauen. „Was, wenn eine Gleiskette reißt? Wie sollen sie eine neue auf die Räder spannen? Wie soll eine Frau mit dem Panzer fertig werden? An seinen Hebeln muss man ja mit Gewalt reißen…“

    Die Damen selbst meinten dagegen, es wäre nicht schwieriger, einen T-80U über die Strecke zu fahren, als einen Lkw. Dieser Panzer hat nur vier Gänge gegenüber den sieben beim T-72. Auch ist das Schießen bei T-80U leichter. Geschosse werden von der Ladeautomatik in den Lauf gedrückt.

    Allerdings machte das Panzerbiathlon keinesfalls die einzige Kampfdisziplin der Army Games aus. Artilleristen demonstrierten ihre Fachkompetenz bei der Bedienung eines 120-mm-Granatwerfers. Militärtaucher, Marinesoldaten, Fallschirmjäger und Repräsentanten anderer militärischer Berufe traten in Wettbewerb miteinander.

    Ein weiteres spektakuläres Turnier neben dem Panzerbiathlon waren Aviadarts. Hier zeigten die Mannschaften von Russland und China die besten Leistungen. Erstmals führten russische Flieger einem breiten Publikum Manöver hoch fliegender Abfangjäger MiG-31K mit Hyperschallraketen vom Typ Kinschal (Dolch) vor. Eine weitere Neuentwicklung stellten die Mehrzweckjagdflugzeuge der fünften Generation Su-57 dar. Die Zuschauer bekamen Doppel- und Gruppenluftkämpfe, Kunstflüge und Bombenabwürfe zu sehen.

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    Tags:
    Armee, Ende, Wettbewerb, Russland