05:30 07 Juni 2020
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    Ein Elternpaar in Australien hat ihr Kleinkind streng vegan ernährt, was zu starken Mangelerscheinungen und einer Unterernährung des Kindes führte. Ein Krankenhausbesuch verhinderte Schlimmeres. Dafür wurden die Eltern nun verurteilt.

    Wegen der streng veganen Ernährung seiner kleinen Tochter ist ein Elternpaar aus Australien zu jeweils 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Um eine Gefängnisstrafe kamen die 33-jährige Mutter und der 35-jährige Vater am Donnerstag in Sydney herum. Die beiden hatten ihr Baby in den ersten anderthalb Lebensjahren strikt ohne Fleisch oder andere Lebensmittel von Tieren ernährt. Das Mädchen bekam Obst, Haferflocken, Kartoffeln, Reis, Tofu, Brot, Erdnussbutter und Reismilch.

    Experten raten schon seit langem davon ab, Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche strikt vegan zu ernähren.

    Mit 19 Monaten nur fünf Kilo und keine Zähne

    Mit 19 Monaten hatte das Kind noch überhaupt keine Zähne und wog nicht einmal fünf Kilogramm. Es war dann erst so weit entwickelt wie normale Kleinkinder im Alter von drei Monaten. Der Fall wurde erst bekannt, als das Mädchen mit Krämpfen ins Krankenhaus musste. Im Prozess hatten sich Mutter und Vater schuldig bekannt, das Kind vernachlässigt und in Gefahr gebracht zu haben. Als Höchststrafe wären fünf Jahre Haft möglich gewesen.

    Bei der Bekanntgabe des Urteils schluchzten beide. Richterin Sarah Huggett sagte, die Ernährung des Kindes sei „völlig unangemessen“ gewesen. „Es liegt in der Verantwortung aller Eltern dafür zu sorgen, dass die Ernährung ihrer Kinder ausgewogen ist und ausreichend Nährstoffe enthält, um richtig zu wachsen.“ Das Kind ist jetzt in der Obhut von Verwandten. Die leiblichen Eltern dürfen es regelmäßig besuchen. 

    as/dpa

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    Tags:
    Strafe, Urteil, Tochter, Ernährung, Australien