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    Bielefeld (Archivbild)

    Bielefeld zahlt 1 Million Euro für einen Beweis, dass es Bielefeld nicht gibt

    CC BY-SA 4.0 / BfB Bielefeld / Wikimedia Commons (cropped)
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    Es ist ein etwas ungewöhnlicher Aufruf, der allerdings mit einem ordentlichen Preisgeld bestückt ist. Die deutsche Stadt Bielefeld ist bereit, eine Million Euro demjenigen zu zahlen, der beweisen kann, dass es Bielefeld gar nicht gibt. Mit dieser Aktion reagiert die Stadt auf den 25. Jahrestag einer irren Verschwörungstheorie.

    Die deutsche Stadt Bielefeld ist seit Jahren der Gegenstand einer satirischen Verschwörungstheorie. Diese behauptet, dass es Bielefeld gar nicht gibt. Demnach wird die Existenz von Bielefeld von geheimen Mächten lediglich überzeugend vorgetäuscht – an der Stelle der vermeintlichen Stadt würde sich aber etwas anderes, selbstverständlich super geheimes, befinden.

    Alle Fotos der Stadt seien gefälscht und manipuliert, so die Behauptung.

    Die Stadt will nun dem endlich ein Ende setzen und hat sich bereit erklärt, eine Million Euro demjenigen auszuzahlen, der diese Theorie tatsächlich belegen kann.

    Es müsste aber ein „solider Beweis“ sein. Zugleich betonten die Beamten der Stadt, es gebe „keine Grenzen für die Kreativität“ für die Teilnehmer, aber nur unwiderlegbare Beweise würden den Preis garantieren.

    Bis September hätte man Zeit dafür.

    Der Ursprung der Verschwörungstheorie

    Die „These“, dass Bielefeld gar nicht existiert, wurde zuerst vom Computerfachmann Achim Held präsentiert. Er hatte diese satirische Behauptung 1994 ins Internet gestellt, um sich über Online-Verschwörungstheorien lustig zu machen.

    „Ich wollte mich eigentlich über absurde Verschwörungstheorien im Internet lustig machen. Vor 20 Jahren existierte das World Wide Web, wie wir es heute kennen, natürlich noch nicht. Aber es gab das Usenet, wo es wiederum diverse Diskussionsgruppen gab. Und dort bekam man schon damals sehr absurde Texte zu lesen“, erklärte Held bereits vor einigen Jahren in einem Interview.

    Seitdem kursiert diese Behauptung wild durch das Internet. Der Informatiker selbst zeigte sich anschließend überrascht, wie hartnäckig sich diese Theorie hält.

    Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm den Scherz einmal auf und bezweifelte witzelnd die Existenz der Stadt rund 330 Kilometer westlich von Berlin.

    Wie der Informatiker selbst verrät, erwischte es Bielefeld per Zufall. Auf einer Party kam dieser Trinkwitz auf und wurde immer weiter gesponnen.

    Schwierige Baustellenverhältnisse beförderten den Witz umso mehr.

    „Im Herbst 1993 waren wir zum Beispiel auf dem Weg von Kiel nach Essen auf der A2. Rund um Bielefeld gab es zu diesem Zeitpunkt eine große Baustelle, sodass wirklich alle Ausfahrten Richtung Bielefeld mit orangefarbenem Band durchgestrichen waren. Da haben wir gescherzt: ‚Wir sind wirklich einer Verschwörung auf der Spur - Bielefeld gibt es nicht!‘“

    Wie dem auch sei, die „Bielefeld-Verschwörung“ gibt es jedenfalls immer noch. Von Experten wird sie gerne als Beispiel dafür genutzt, wie in sich geschlossene unangreifbare Argumentationsstrukturen bei allen Verschwörungstheorien funktionieren.

    ng/ap/mt

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    Tags:
    Preisgelder, Preis, Verschwörung, Verschwörungstheorie, Verschwörer, Bielefeld, Deutschland