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04:37 23 September 2019
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    Polizei am Ort der Schießerei in Moabit

    Szenemord in Berlin? Radfahrer erschießt Mann und flüchtet – am Nachmittag Verdächtiger festgenommen

    © REUTERS / FABRIZIO BENSCH
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    Im Berliner Stadtteil Moabit, der zum Stadtbezirk Mitte gehört, wurde am Freitagmittag ein bislang unbekannter Mann erschossen. Täter soll ein Radfahrer gewesen sein. Das Verbrechen löste einen Großeinsatz der Polizei aus. Diverse Gerüchte machten umgehend die Runde. Dies ist unser Kenntnisstand.

    Der sogenannte Kleine Tiergarten in Berlin Moabit ist ein Park und befindet sich keine 300 Meter entfernt vom großen Gebäudekomplex des Kriminalgerichtes in der Turmstraße und der angeschlossenen Justizvollzugsanstalt Moabit. Die Stromstraße durchschneidet diesen kleinen Park. Dort soll es zu dem Verbrechen gekommen sein. Jedenfalls hatten Passanten die Polizei an diesem Freitag, kurz nach 12 Uhr, mit dem Hinweis alarmiert, im Park Ecke Stromstraße/Turmstraße werde geschossen. Ein Mann auf einem Fahrrad habe auf einen Passanten gefeuert und sei dann in Richtung Spree geflüchtet. Auf ihrem Twitter-Account vermeldete die Berliner Polizei bislang lediglich kurz, dass es einen Vorfall mit einer erschossenen Person gegeben habe.

    ​Innerhalb kürzester Zeit sperrte die Polizei den Tatort weiträumig ab und setzte sogar einen Hubschrauber für die Fahndung nach dem flüchtigen mutmaßlichen Täter ein. Taucher waren in der Spree in der Höhe des Holsteiner Ufer im Einsatz. Vermutlich suchten sie eine Tatwaffe, die der Täter vielleicht während seiner Flucht in die Spree geworfen hat, die an dieser Stelle von Touristenschiffen viel befahren wird.

    Noch am Nachmittag wurde ein Verdächtiger gefasst, wie die Staatsanwaltschaft später mitteilte.

    • Polizei am Tatort in Moabit
      Polizei am Tatort in Moabit
      © REUTERS / FABRIZIO BENSCH
    • Polizei am Tatort in Moabit
      Polizei am Tatort in Moabit
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    • Polizei am Tatort in Moabit
      Polizei am Tatort in Moabit
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    Polizei am Tatort in Moabit

    Journalisten wollen den Berliner Oberstaatsanwalt Ralph Knispel am Tatort gesehen haben. Knispel ist Leiter der Abteilung für Kapitalverbrechen, die für die Organisierte Kriminalität (OK) zuständig ist und damit auch für sogenannte Clankriminalität, die neuerdings eine hohe Prioritätsstufe in Berlin erhalten hat. Aus Knispels Anwesenheit und Aussagen von Passanten, die sich selbst als Augenzeugen bezeichneten, zogen Boulevardreporter den Schluss, bei dem Toten handele es sich um einen russischen Staatsbürger tschetschenischer Herkunft, der von den Berliner Behörden als „islamistischer Gefährder“ geführt werde.

    Die Polizei entschied sich im Laufe der Ermittlungen, keinerlei Auskünfte mehr an die Medien zu geben, und verwies an die Berliner Staatsanwaltschaft. Der dortige Sprecher, der von Medienanfragen regelrecht überrollt wurde, teilte Sputnik am späten Freitagnachmittag auf Anfrage mit, dass seine Behörde sich nicht zu Spekulationen über die Staatsangehörigkeit oder Gefährdungseinstufungen des Toten wie auch nicht zu anderen Details der Geschehnisse äußere. Die Mutmaßungen der Berliner Boulevardmedien gelten deshalb bei Redaktionsschluss dieses Artikels als nicht bestätigt.

    Am Tatort wurde ein blaues Zelt aufgestellt, um sowohl Sichtschutz herzustellen, aber auch Spuren nicht durch Verwitterung zu gefährden. Der Stadtteil Moabit gilt als Gegend mit verhältnismäßig hohem Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Die Nähe zum Berliner Hauptbahnhof und die logistisch gute Lage auf dem Weg zwischen dem Flughafen Tegel und der Berliner Innenstadt hat viele Touristenhotels in dieser Gegend entstehen lassen und macht die Straßen rund um den Park Kleiner Tiergarten zu einem Gebiet mit enorm hohem Verkehrsaufkommen. Entsprechend waren die Verkehrsbehinderungen und die Aufmerksamkeit von Schaulustigen.

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    Tags:
    Tiergarten, Mord, Berlin-Moabit, Berlin