09:06 14 Dezember 2019
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    Ein ICE-Zug im Frankfurter Hauptbahnhof (Archivbild)

    Tod eines Jungen durch Stoß vor ICE in Frankfurt – Verdächtiger kommt in Psychiatrie

    © AP Photo / Michael Probst
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    Habte A., der einen acht Jahre alten Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof vor einen ICE stieß, kommt in die Psychiatrie. Das teilte am Donnerstag die Staatsanwaltschaft mit.

    Demnach hat der Haftrichter den Ende Juli erlassenen Haftbefehl in einen Unterbringungsbefehl umgewandelt.

    Nach Angaben eines psychiatrischen Sachverständigen soll der 40-jährige Verdächtige an einer „Erkrankung aus dem schizophrenen Spektrum” leiden. Der Gutachter gehe davon aus, dass der Mann an einer „paranoiden Schizophrenie” leide.

    Diese Erkrankung habe zur Tatzeit akut vorgelegen und sei vermutlich kausal für die Taten gewesen.

    Man müsse daher „zumindest von einer erheblich verminderten Einsichts- und Steuerungsfähigkeit” ausgehen, so die Argumentation. Da der Mann eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle, sei die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus erforderlich.

    Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Mordes und des versuchten Mordes sollen unabhängig davon weiter andauern.

    Der Verdächtige aus Eritrea hatte Ende Juli am Frankfurter Hauptbahnhof einen achtjährigen Jungen und seine Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen.

    Die Mutter überlebte den Angriff, weil sie sich rechtzeitig abrollen konnte. Das Kind starb jedoch.

    Der Verdächtige soll laut Ermittlern zudem versucht haben, eine weitere Frau auf die Gleise zu stoßen. Dies sei ihm aber nicht gelungen.

    Entsetzen in der Bundesrepublik

    Der Fall hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der verdächtige Eritreer galt in seiner heutigen Heimat, der Schweiz, als Musterbeispiel für erfolgreiche Integration. Das geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor.

    Er war 2006 aus dem ostafrikanischen Eritrea unerlaubt in die Schweiz eingereist und hatte dort Asyl beantragt. Das Asyl soll ihm nach zwei Jahren gewährt worden sein. 2011 erhielt er eine „Niederlassungsbewilligung C“, den sogenannten Ausländerausweis mit unbeschränktem Aufenthaltsrecht.

    Bis zu der Tat lebte er in einer Wohnung in der Nähe von Zürich mit seiner Ehefrau und seinen drei Kindern im Alter zwischen einem und vier Jahren.

    Offenbar psychische Probleme beim Tatverdächtigen 

    Dass der Mann offenbar an psychischen Problemen litt, wurde schon vor Wochen gemutmaßt. So soll er einige Zeit vor der Tat seine Ehefrau und die drei Kinder in der Wohnung eingeschlossen und die Nachbarin mit einem Messer bedroht haben.

    Dann reiste er nach Deutschland, wo es zu der schrecklichen Tat am Frankfurter Hauptbahnhof kam.

    Laut schweizerischen Behörden war Habte A. bereits zuvor in psychiatrischer Behandlung.

    ng/

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    Gewalt, Opfer, Migranten, Junge, Mann, Eritrea, Tatverdächtige, Verdächtiger, Frankfurt am Main