05:59 18 November 2019
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    Team aus Deutschland bei der „Word Skills“-WM 2019 in Kasan

    Kochen, Frisieren, Programmieren: Deutschland bei der „World Skills“-WM 2019 in Kasan

    © Sputnik / Maxim Bogodwid
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    Am Mittwoch erhielten die Teilnehmer der „World Skills“-WM der Berufe ihre Ergebnisse. Die deutsche Nationalmannschaft konnte ebenfalls punkten: Mehrere Medaillen und eine deutlich bessere Teamleistungswertung. Geschäftsführer Hubert Romer gibt Sputnik ein exklusives Interview über die Leistung der deutschen Azubis und Jungfacharbeiter.

    Am Mittwoch veröffentlichte der Verein „World Skills Germany“ die Resultate der deutschen Nationalmannschaft bei der WM der Berufe 2019 in Kasan. Azubis und Jungfacharbeitern verschiedener Berufsrichtungen traten vier Tage lang gegen Wettbewerber aus verschiedenen Ländern um den Sieg an. Vertreten sind alle nicht-akademischen Berufsrichtungen, darunter also auch Disziplinen wie Polymechaniker, Landschaftspfleger, Koch oder auch Friseur. Gold konnte Janis Gentner aus Baden-Wüttemberg (21) als Fliesenleger und Alexander Bruns aus Rheinland-Pfalz (21) als Zimmerer ergattern. Auch mehrere Bronze-Medaillen und 19 „Exzellenz“-Auszeichnungen vergab die Jury an die deutsche Nationalmannschaft.

    Die Leistungen der deutschen Nationalmannschaft

    Der Geschäftsführer von „World Skills Germany“, Hubert Romer, äußert sich positiv über die Leistungen seines Teams. Vor allem der Plan, sich in den Teamleistungen zu verbessern, hätte erfolgreich geklappt. Ganze 17 Plätze sei die Nationalmannschaft in Bezug auf die Teamleistung aufgestiegen, kann man der Webseite von „World Skills Germany“ entnehmen. Doch diese Verbesserung bietet noch lange nicht das eigentlich angestrebte Resultat. „Um glücklich zu sein, muss ich ganz offen sagen, hätte es ruhig ein paar Medaillen mehr geben dürfen“, fügt Romer neben seiner Zufriedenheit mit der deutschen Mannschaft an.

    Man muss jedoch die Leistungen Deutschlands loben in Bezug auf ihre Vorbereitung, meint Romer. Im Gegensatz zu Ländern wie Russland und China, die ihre Teilnehmer intensiver vorbereiten, müssen sich die Azubis in Deutschland „aus dem laufenden Arbeitsalltag heraus auf den Wettbewerb vorbereiten“. Das bedeutet: „Die deutsche Ausbildungslandschaft, das duale System und der Arbeitsalltag in Deutschland – das alles muss eine sehr starke Grundlage liefern für eine solche Teilnahme.“

    Allgemein seien solche Veranstaltungen nicht nur wegen des interkulturellen Austausches der verschiedenen Arbeitsweisen von großer Relevanz. Die Teilnahme würde einen enormen Lerneffekt durch den ständigen Austausch zwischen Trainern und Teilnehmenden mit sich bringen. Zudem macht ein Wettkampf dieses Ausmaßes gewisse Werbung für die verschiedenen Berufe. „Und ganz klar ist auch ein politischer Aspekt: Man zeigt sein Bildungssystem der Welt.“

    Eine besondere und tolle Gastfreundschaft

    Verschiedene Highlights prägten den Aufenthalt von Romer und der deutschen Mannschaft in Kasan. Sie wurden laut seinen Worten mit einer „sehr tollen und besonderen Gastfreundschaft“ empfangen, die sich durch ihren ganzen Aufenthalt zog. Auch sehr bewegend für den Geschäftsführer war das „Miteinander der Generationen“:

    „Man spürt einfach, wie die Generationen miteinander kommunizieren, sich austauschen und sich gegenseitig so viel geben.“

    Die nächsten Ziele

    Doch für die „World Skills Germany“ geht es schon bald weiter. Nach einem Empfang im Bundeskanzleramt Ende des Jahres geht es in die Vorbereitung für die „Euro Skills“ 2020 im österreichischen Graz. Abgesehen davon gibt es noch unzählige weitere regionale und lokale Wettbewerbe und sehr viele nationale Wettbewerbe im nächsten Jahr.

    Außerdem ist Romer der festen Überzeugung, dass der deutschen Mannschaft nicht viel fehlt, um zukünftig noch besser in der „World Skills“-WM abzuschneiden: „Die jungen Menschen sind da, das Potential ist da, die Bundestrainer sind da, und die Kapazitäten sind da. Das bedeutet: Unter diesen Voraussetzungen könnten wir schon nächstes Jahr die Nummer eins werden.“ Das einzige, was fehle, seien die Ressourcen: die finanziellen und strukturellen Bedingungen, um den jungen Menschen die Kapazitäten für ein intensiveres Training zu geben. „Es ist nicht mehr weit“, erläutert Romer, „sie sind schon echt an der Schwelle dazu. Wir brauchen nur mehr Unterstützung vom großen, äußeren Rahmen.“

    Das komplette Interview mit Hubert Romer zum Nachhören:

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    Tags:
    Kasan, Wettbewerb, Russland, Deutschland