10:50 22 November 2019
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    Eine Supernova-Explosion im Weltall (Archivbild)

    Forscher: Explosionen im All rufen „Regen“ aus Gold und Platin hervor

    CC BY 2.0 / ESA / NASA / Preview of a Forthcoming Supernova
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    Wenn im All zwei Neutronensterne miteinander verschmelzen, erfolgt laut Forschern ein Energieausbruch, der um das Tausendfache die von den neuen Sternen ausgestrahlte Energie übertrifft. Dabei entstehen starke Gravitationswellen und erfolgt die Synthese von Schwermetallen.

    Wahrscheinlich sind die Edelmetalle auf der Erde gerade so entstanden.

    Die Explosion „umspült“ den umgebenden Weltraum buchstäblich mit einem „Gold- und Platinregen“, berichten die Autoren einer neuen Studie, die im Fachmagazin „Monthly Notices oft he Royal Astronomical Society“ veröffentlicht wurde. Einige Forscher vermuten sogar, dass die gesamten Gold- und Platinvorräte auf der Erde infolge ähnlicher Explosionen in der Nähe unserer Galaxie entstanden sind, berichtet das Fachportal „Live Science“.

    Kilonova

    Das astronomische Ereignis, das auch als Kilonova bekannt ist, wurde vor relativ kurzer Zeit entdeckt. 2013 hatten Geräte an Bord von Raumflugkörpern einen Gamma-Ausbruch SGRB 130603B fixiert. Den hatte auch das Weltraumteleskop „Hubble“ beobachtet.

    Im August 2017 bemerkten die Wissenschaftler Gravitationswellen von einer anderen Kilonova in der Galaxie NGC 4993 im Sternbild Hydra. Leider begannen diese Beobachtungen erst 12 Stunden nach der Kollision, deswegen konnten die Astronomen kein vollständiges Bild des Prozesses erhalten.

    Signale aus dem All

    Signale über eine mögliche Verschmelzung von Neutronensternen hatten die Weltraumteleskope im Jahr 2016 erhalten.

    In der neuen Studie verglichen die Forscher von der University of Maryland Teile von Daten von 2017 mit vollständigeren Beobachtungen von 2016 auf allen zugänglichen Lichtwellenlängen und stellten fest, dass der Prozess praktisch gleichzeitig verlief.

    Sie hatten damit nicht nur die Tatsache der Verschmelzung im Jahr 2016 bestätigt, sondern konnten auch ein vollständiges Bild dieses Prozesses bekommen und diesen beschreiben.

    Magnetar

    Wie die Astronomen behaupten, könne infolge der Verschmelzung ein Magnetar entstanden sein – ein superschwerer Neutronenstern mit einem ausschließlich starken Magnetfeld. Zuvor existierte die Ansicht, dass ein Magnetar die Synthese von Schwermetallen verlangsame oder sogar stoppe, allerdings zeigten die Beobachtungen vom Jahr 2016 eine große Zahl davon nach der Verschmelzung.

    ek/sb

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    Tags:
    Hubble-Weltraumteleskop, Fachmagazin "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society", Sterne, Explosionen, Platin, Gold, All, Weltraum