14:13 28 Januar 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    12668
    Abonnieren

    Deutschland ist bei der Räumung von Munition auf einem alten Truppenübungsplatz im Bundesland Brandenburg in Verzug und hat eine Verlängerung der Frist beantragt. Die Unterzeichner der „Streubomben-Konvention“ werden darüber bei ihrem dreitägigen Treffen in Genf befinden, das am Montag begonnen hat.

    Der ehemalige Truppenübungsplatz in Wittstock, im Volksmund auch als „Bombodrom“ bekannt, liegt in der Wittstock-Ruppiner Heide im nordwestlichen Teil des Landes Brandenburg. Das Gelände wurde von 1952 bis 1993 durch die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland genutzt und anschließend an die Bundeswehr übergeben.

    Der ursprünglich Plan der Bundeswehr, den Truppenübungsplatz als Luft-Boden-Schießplatz zu nutzen, wurde 2009 verworfen und die Nutzung wurde 2011 gänzlich eingestellt.

    In Wittstock sollen noch Hunderttausende Granaten, Bomben und Blindgänger liegen. Das Gelände sollte bis August 2020 geräumt sein, doch die Arbeiten dauerten länger als geplant, wie die Regierung in ihrem Antrag schrieb. Sie bat um Verlängerung bis August 2025. Das Sekretariat der Konvention sah keine Einwände gegen den deutschen Antrag und empfahl die Annahme.

    Deutschland gehört zu den 106 Unterzeichnern der völkerrechtlich verbindlichen „Streubomben-Konvention“ (auch „Oslo-Übereinkommen“ genannt), die seit 2010 in Kraft ist. Sie verbietet Einsatz, Herstellung und Weitergabe von bestimmten Typen konventioneller Streumunition. Nicht unterzeichnet haben Länder wie die USA, Russland, China, Indien, Pakistan und Israel, die Streumunition haben oder hergestellt haben.

    Der Begriff Streumunition bezeichnet konventionelle Munition, die kleinere Sprengkörper – sogenannte Submunition – mit jeweils weniger als zwanzig Kilogramm Gewicht verstreut. Es werden also kleinere Sprengkörper freigesetzt, wodurch die Munition einen sehr großen Wirkungskreis hat. Durch Blindgänger ist die zivile Bevölkerung noch Jahrzehnte nach einem Kriegseinsatz gefährdet.

    ba

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Keine Bedrohung? Dann schaff eine!“: Ex-DDR-Spion erklärt Zweck von Nato-Großübungen
    „Welches Nachbarland war so irre?“: Wo ein Kraftwerksmitarbeiter „politisch Gezerrte“ herausfordert
    EU-Erklärung zu Befreiung von Auschwitz-Birkenau: Moskau spricht von Doppelstandards
    China fordert Entschuldigung für dänische Karikatur zu Coronavirus
    Tags:
    Räumung, Munition, Umweltbelastung, Militärübungsgelände, Bundeswehr, DDR, Deutschland, Brandenburg