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09:44 21 Oktober 2019
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    Fans des FC Dynamo Dresden (Archivbild)

    Rechte Vorkommnisse bei Dynamo Dresden - Verein entschuldigt sich, Polizei ermittelt

    © AFP 2019 / DPA / THOMAS EISENHUTH
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    Fußball-Zweitligist SG Dynamo Dresden hat am Sonntag auf „verabscheuungswürdige Vorkommnisse“ beim Ligaduell gegen den Hamburger FC St. Pauli reagiert. Dafür habe Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer persönlich um Entschuldigung gebeten. Auch die Polize ermittelt nun.

    Stein des Anstoßes war das Verhalten von zwei Ordnern im Dresdener Rudolf-Harbig-Stadion, dem Austragungsort des Fußballmatches zwischen St. Pauli und Dynamo vom Sonnabend: Die beiden Männer hätten sich vor Spielbeginn einer Anweisung vom Leiter des Sicherheitsdienstes widersetzt, Deutschland-Banner am Gästeblock zu entfernen. Die Ordner wären dann "konsequent vom Dienst freigestellt" worden.

    „Daraufhin stellten diese beiden Personen unter ihrer Dienstkleidung T-Shirts mit einer eindeutig nationalsozialistischen Botschaft zur Schau“, teilte Dynamo Dresden am Sonntag mit: Die Männer zogen noch vor Ort ihre Westen aus und zeigten sich in der Folge im Fanblock in T-Shirts mit der Aufschrift "3. Division für Sicherheit des deutschen Volkes". Darüber war ein Totenkopf abgebildet, der als Symbol der einstigen 3. Panzer-Division der SS gilt.

    Auch die Polizei hat mittlerweile Ermittlungen "wegen der Verwendung von verfassungswidrigen Symbolen" aufgenommen, berichtet der MDR. 

    „Diese beiden Ordner werden nie mehr direkt oder indirekt bei Veranstaltungen der SG Dynamo Dresden eingesetzt werden. Wir prüfen zudem weitere juristische Schritte», so Michael Born von der Geschäftsleitung von Dynamo Dresden.

    Zudem kündigte Dynamo „eine vorbehaltlos kritische Auseinandersetzung im Hinblick auf die frauenfeindlichen und menschenverachtenden Spruchbänder“ an, die beim Match im Stadion zu sehen waren.

    „Kunst- und Meinungsfreiheit gelten grundsätzlich für alle Menschen, auch in einem Fußballstadion“, sagte Born, „aber wir sprechen auch hier unmissverständlich aus, dass einmal mehr im Zusammenhang mit einer Begegnung mit dem FC St. Pauli verschiedene Dinge im Zuschauerbereich unserer Anhänger vorgefallen sind, die wir zutiefst verurteilen und so nicht akzeptieren werden, weil sie menschenverachtend sind, gegen unser Leitbild und die Fancharta verstoßen sowie die Werte unserer Sportgemeinschaft mit Füßen treten.“

    Einer der ´harmloseren` Banner mit diskriminierender Botschaft lautete "Papa, wo ist das Teil zum Kartoffelschälen? - Die steht heute im Gästeblock." Auch Transgender wurden ´vorgeführt`.

    Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat ebenso Ermittlungen aufgenommen, der Fußballklub muss trotz Distanzierung mit einer Geldstrafe rechnen, denn bereits in der Vergangenheit hatte es ähnliche Vorfälle gegeben.

    Im Februar 2017 hatten Fans des FC St. Pauli ein Spruchband mit der Aufschrift „Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt – gegen den doitschen [sic!] Opfermythos“ hochgehalten. Damals hatte es eine Strafe durch den Deutschen Fußball-Bund gegeben. Im Dezember 2018 wiederum fielen Fans der SG Dynamo Dresden durch frauenfeindliche Banner auf.

    ba

    Tags:
    Diskriminierung, Vorfall, Rechtsextremismus, Dynamo Dresden