Widgets Magazine
17:16 15 Oktober 2019
SNA Radio
    Polizei am Tatort in Moabit

    Mord an Georgier in Berlin: Mitarbeiter der russischen Botschaft besuchen Tatverdächtigen

    © REUTERS / FABRIZIO BENSCH
    Panorama
    Zum Kurzlink
    261164
    Abonnieren

    Im Fall des in Berlin-Moabit ermordeten Georgiers haben Mitarbeiter der russischen Botschaft in Deutschland den Tatverdächtigen besucht. Derzeit werde geprüft, ob der Mann russischer Staatsbürger sei.

    Die Mitarbeiter der russischen Botschaft sollen dem Verdächtigen konsularische und rechtliche Hilfe angeboten haben.

    „Am 27. August haben sich Konsularbeamte der russischen Botschaft in Deutschland mit der festgenommenen Person auf ihre Bitte hin getroffen und ihr in Übereinstimmung mit dem russischen Gesetz die notwendige konsularisch-rechtliche Hilfe erwiesen“, sagte ein Botschaftsvertreter gegenüber Journalisten.

    Die russische Botschaft stehe derzeit im Kontakt mit den deutschen Justizbehörden. Um jegliche Spekulationen und die Verbreitung von Falschinformationen zu vermeiden, rief die russische diplomatische Mission auf, die endgültigen Ermittlungsergebnisse abzuwarten.

    Zudem werde derzeit geprüft, ob der Tatverdächtige die russische Staatsbürgerschaft besitze.

    Mord am helllichten Tag

    Am 23. August 2019 war ein Mann in Moabit auf offener Straße ermordet worden. Der Täter soll dem Opfer mit einem Fahrrad gefolgt sein und ihm dann in den Rücken und in den Kopf geschossen haben. Daraufhin entsorgte er die Pistole und Kleidung in der Spree.

    Bei dem Opfer handelt es sich um den 40-jährigen Zelimkhan Khangoshvili, einen ethnischen Tschetschenen aus Georgien. Der Getötete soll nach verschiedenen Berichten Anfang der 2000er Jahre auf der Seite muslimischer Tschetschenen gegen Russland gekämpft haben. Das schreibt auch die georgische Menschenrechtsorganisation „Human Rights Education and Monitoring Center“ (EMC).

    Auf Khangoshvili soll im Mai 2015 in der georgischen Hauptstadt Tiflis ein Mordanschlag verübt worden sein. Er sei verletzt worden, habe aber überlebt und mit seiner Familie aus Georgien flüchten müssen.

    In Deutschland lebte der Mann laut dem „Focus“ seit 2016. Er habe einen Asylantrag gestellt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen nutzte er zwei verschiedene Namen. Die Berliner Polizei habe ihn eine Zeit lang als „islamistischen Gefährder“ geführt.

    Der „Spiegel“ hatte zuvor einen Artikel über die „russische Spur“ im Fall des getöteten Tschetschenen veröffentlicht. Der rusissche Militärgeheimdienst sei „womöglich“ in den Fall verwickelt. Der Kreml bestreitet jedoch jegliche Verbindung zu dem Mord. 

    ta/gs

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Russland, Georgien, Mord, Berlin-Moabit, Berlin