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    In Südafrika kamen in den letzten Tagen zehn Menschen bei fremdenfeindlichen Aufständen ums Leben. Als Reaktion auf diese Ausschreitungen fanden mehrere Attacken in Nigeria gegen südafrikanische Unternehmen statt. Auch andere Staaten kritisieren diese Entwicklungen und beginnen, südafrikanische Einrichtungen und Unternehmen zu boykottieren.

    In mehreren Städten Südafrikas herrschten bis zum Donnerstag Ausschreitungen, die schnell eskalierten. Vor allem die Hauptstadt Pretoria und Südafrikas größte Metropole und Wirtschaftszentrum Johannesburg waren betroffen. In diesen Aufständen seien mindestens zehn Menschen verstorben, so die ARD-„Tagesschau“. Staatspräsident Cyrill Ramaphosa kritisiert die Gewalttaten laut der Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ folgendermaßen: „Keine Wut und Frustration und Missstand können solche Akte mutwilliger Zerstörung und Kriminalität rechtfertigen“. Die Lage hätte sich, laut Ramaphosa, fast vollständig beruhigt. Einzig im Vorort Katlehong bei Johannesburg sei es Donnerstagnacht zu Plünderungen gekommen.

    Empörung anderer Staaten

    Bürger aus anderen afrikanischen Staaten wurden als Reaktion auf diese Ausschreitungen ebenfalls wütend und aggressiv. In Nigeria sorgten Aufstände dafür, dass südafrikanische Unternehmen attackiert wurden. Aus Angst vor Rache-Angriffen schloss Südafrika seine Auslandsvertretung in Nigeria. In anderen Staaten, wie beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo, würden sich ebenfalls Unruhen ausbreiten. Dort wären Fenster des südafrikanischen Konsulats eingeschlagen worden. Auch südafrikanische Einrichtungen und Geschäfte seien Angriffen ausgesetzt gewesen, so der „Tages-Anzeiger“.

    Die ARD-„Tagesschau“ berichtet von weiteren Boykottaufrufen in Ruanda, wo Präsident Paul Kagame einen Besuch in Südafrika absagte. Auch Sambia und Madagaskar ziehen infolge der Demonstrationen ihre Fußball-Freundschaftsspiele mit Südafrika zurück. Ein sambischer Radiosender würde sogar bis auf weiteres die Musik sämtlicher südafrikanischer Künstler verbieten.

    Migration in Südafrika

    Als die zweitgrößte afrikanische Volkswirtschaft ist Südafrika eins der größten Einwanderungsländer für andere afrikanische Staaten. Laut der „Tagesschau“ wäre Südafrika ein wichtiges Ziel für Immigranten, in der Hoffnung auf bessere wirtschaftliche Chancen.

    Schon seit Jahren sind die Bürger des Landes mit Fremdenhass konfrontiert. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder ähnliche Situationen, bei denen Menschen wegen fremdenfeindlicher Angriffe ums Leben kamen. Dem „Tages-Anzeiger“ zufolge sei die schlimmste Welle die des Jahres 2008 mit 62 Toten gewesen.

    Dabei sind die Südafrikaner selbst keineswegs wirklich glücklich in ihrem eigenen Land. In einer Studie über Afrika des „Pew Research Centers“ veröffentlichten Forscher im März 2018 Umfrage-Ergebnisse zur Frage, ob man wegziehen wolle. Neben drei Vierteln aller befragten Nigerianer und Ghanaer wollen auch über fünfzig Prozent aller Südafrikaner nach Europa ziehen, angenommen die Umstände wären gegeben. 22 Prozent aller südafrikanischen Befragten haben auch tatsächlich vor, ihr eigenes Land zu verlassen.

    lm

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    Tags:
    Ausschreitungen, Nigeria, Südafrika