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21:11 20 Oktober 2019
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    Der Chef des Kiewer Büros der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti, Kirill Wyschinski, bei  der  Pressekonferenz  in Moskau

    „Kiew bot mir demonstratives Schuldbekenntnis an“ – freigelassener russischer Journalist

    © Sputnik / Wladimir Presnja
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    Der Chef des Kiewer Büros der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti, Kirill Wyschinski, der Ende August in der Ukraine auf freien Fuß gesetzt worden und am Samstag in Moskau eingetroffen ist, hat in einer Pressekonferenz berichtet, wie Kiewer Behörden ihm angeboten hatten, seine Schuld demonstrativ zu bekennen.

    Nachdem er sich geweigert habe, einen Austauschantrag zu stellen, hätten die ukrainischen Behörden ihm angeboten, seine angebliche Schuld demonstrativ zu bekennen und eine Pressekonferenz nach Kiews Szenario abzuhalten, so Wyschinski.

    „Mir wurde gesagt: Du wirst danach zwar nicht nach Russland reisen, aber wir werden deine Abreise nach Europa organisieren, du wirst deine Frau und deine Mutter treffen, dir wird es gut gehen. Ich lehnte jedoch auch das ab“, sagte der Journalist.

    In Bezug auf einen möglichen Austausch seien sogar „konkrete Namen“ erwähnt worden, wie beispielsweise der des Regisseurs Oleg Senzow, der im Mai 2014 wegen des Verdachts der Planung terroristischer Handlungen auf der Halbinsel Krim verhaftet und nach Moskau überstellt worden war.

    „Ich lehnte einen Austausch ab“

    Wyschinski betonte nachdrücklich, der einst in den sozialen Netzwerken veröffentlichte Antrag, in dem er angeblich gebeten habe, ihn gegen in Russland festgenommene ukrainische Bürger auszutauschen, sei gefälscht gewesen.

    „Was dieses Papier anbetrifft: Ich habe regelmäßig einen Austausch abgelehnt. Mehr noch, im Frühjahr dieses Jahres sagten mir ukrainische Politiker: Wir verwenden das Wort ‚Austausch‘ in Bezug auf Sie nicht, die Rede ist von einer gegenseitigen Freilassung“, äußerte er.

    Wyschinski verwies darauf, dass der angeblich von ihm gestellte Antrag auf dem Account der Pressesprecherin des damaligen Generalstaatsanwalts, Larissa Sargen, veröffentlicht worden sei. Drei Stunden später bereits sei der Antrag von der Webseite gelöscht worden.

    Das Dokument habe von Experten geschrieben worden sein können, vermutete der Journalist: In den Akten zu seinem Strafverfahren gebe es unter anderem ein Schriftgutachten, das bei der Fälschung des „Antrags“ hätte nützlich gewesen sein können.

    Das gegen ihn eingeleitete Strafverfahren habe keinen rechtlichen, sondern einen politischen Hintergrund gehabt, hob Waschinski hervor: „Als ich die gegen mich vom (ukrainischen Inlandsgeheimdienst – Anm.D.Red.) SBU erhobenen Vorwürfe gesehen habe, habe ich begriffen, dass niemand mich anhand dieser Vorwürfe vor Gericht stellen will, dass sie ein anderes Ziel haben: Ich soll im Gefängnis sitzen und ausgetauscht werden“, so Wyschinski.

    „Ich war ganz ruhig, als ich die Akten meines Verfahrens und die gegen mich erhobenen Vorwürfe las – das war natürlich Unsinn. Mehr noch, die Mitarbeiter vom SBU waren sich darüber im Klaren, dass dies eine, gelinde gesagt, absurde Geschichte ist“, so Wyschinski weiter.

    Dankeschön an Putin

    Bei der Pressekonferenz am Montagvormittag im Sitz der Medienholding „Rossiya Segodnya“, an der dutzende Medien teilnahmen, dankte Wyschinski dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie dem Außenminister Sergej Lawrow für seine Befreiung.

    Zukunftspläne

    Kiews Beschuldigungen gegen ihn würden zwar immer noch gelten, betonte Wyschinski. Er wolle jedoch seinen Posten als Chefredakteur der RIA Novosti Ukraine auch weiter führen und die journalistische Tätigkeit weiter betreiben.

    Zudem bedankte er sich bei der Journalistengemeinschaft in Russland sowie der ganzen Welt.

    Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte Wyschinski am 15. Mai 2018 in Kiew festgenommen. Ihm wurden Landesverrat sowie Unterstützung der selbsterklärten Republiken der Donbass-Region vorgeworfen. Bei einer Verurteilung hätten ihm bis zu 15 Jahre Haft gedroht.

    Am 7. September war Wyschinski im Rahmen eines Gefangenenaustausches zwischen Russland und Ukraine nach Moskau zurückgekehrt.

    asch/gs/sna

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    Tags:
    Kirill Wyschinski, Ukraine, Ukraine, Gefangenenaustausch, Russland