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22:00 13 Oktober 2019
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    Ein Haus in Stafford, US-Bundesstaat Virginia, in dem der angebliche  US-Agent Oleg Smolenkow angeblich gelebt hat

    Mutmaßliche Familie von „US-Agenten“ Smolenkow verlässt ihr Haus in USA in Eile

    © Sputnik / Michail Turgijew
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    Die Familienangehörigen des angeblichen US-Agenten Oleg Smolenkow haben laut einem Anwohner ihr Zuhause in Stafford (US-Bundesstaat Virginia) verlassen, nachdem sie einen US-Journalisten in ihrer Nachbarschaft entdeckt hatten.

    Ein Korrespondent von Sputnik besuchte ein zweistöckiges Haus in der Stadt Stafford, US-Bundesstaat Virginia, das laut einem öffentlich zugänglichen Register einem Mann namens Oleg Smolenkow gehöre. Der Korrespondent klingelte an der Tür, aber niemand öffnete die Tür. In der Stadt Staford, die unweit von Washington liegt, leben viele Ex-FBI-Mitarbeiter sowie pensionierte Militärs.

    Laut einem Mann aus dem Haus gegenüber, der sich als Greg Talley identifizierte, wäre der vermutliche Smolenkow vor gut einem Jahr nach Stafford übersiedelt. An das genaue Datum konnte sich Talley nicht mehr erinnern – dies sei aber definitiv vor dem 4. Juli 2018 passiert.

    Der Neuling habe zwar Englisch gut beherrscht, aber mit einem „russischen Akzent“ gesprochen. Seine Frau habe kein English gesprochen. Allerdings habe Talley nicht gewusst, aus welchem Land sein Nachbar gekommen sei. Der Mann „mit dem russischen Akzent“ habe mitgeteilt, er sei im Moment arbeitslos und werde eine Arbeitsstelle erst später bekommen.

    Die „Russen“ seien zu den fünften Hausbesitzern geworden, und dies sei auffallend, denn die meisten Einwohner hätten in diesem Stadtviertel seit 2003 gelebt, als die Häuser dort errichtet worden seien. Ursprünglich habe das Haus dem Chef eines Sicherheitsunternehmen gehört, später habe ein FBI-Agent dort gelebt. Seine Nachfolger seien ein Kardiologe und später ein Zahnarzt gewesen.

    Er selbst habe erst von einem Reporter der Zeitung „Daily Beast“ erfahren, was sein Nachbar beruflich gewesen sein könnte, betonte Talley.

    Später ging der Journalist von „Daily Beast“ zu einem anderen Haus, wo er eine Nachbarin „erschrocken“ habe, sagte Talley. „Sie rief mich an, sagte, ein Unbekannter habe sie in Bezug auf ihre Nachbarn befragt. Ich sagte, er sei einfach ein Journalist und er habe mich gerade besucht. Ihr Mann und sie sprachen mit ihm“.

    Später hätten sie Talley mitgeteilt, der Journalist habe am Abend in seinem Wagen gesessen und auf die Ankunft der „russischen Familie“ gewartet.

    „Sie (die Leute, die als Smolenkows Familie gelten – Anm. d. Red.) sahen ihn, betraten ihr Haus, und 15 Sekunden später fuhren sie mit ihren beiden Autos weg“, äußerte Talley.

    Ein Sputnik-Korrespondent versuchte, mit den Nachbarn zu sprechen, die zuvor vom Journalisten des "Daily Beast" befragt worden waren, aber niemand öffnete die Tür, um zu antworten.

    Laut der Einwohnerin Nicole Clements, Ex-Mitarbeiterin des US-Verteidigungsnachrichtendienstes, die unweit des Hauses des mutmaßlichen „Russen“ lebt, ist eine FBI-Akademie sowie ein Marineinfanteriestützpunkt lediglich 15 Meilen (etwa 24 Kilometer) von der Stadt entfernt. Sie habe das Haus vor etwa zehn Jahren besichtigt, als der damalige Hausbesitzer, ein FBI Agent, seinen Hausrat verkauft habe.

    Sie kenne jedoch niemanden, der als der mutmaßliche Russe identifiziert werden könnte.

    Wenn Smolenkow tatsächlich ein FBI-Informant sei, sei es merkwürdig, dass das Haus ihm offiziell gehöre – darüber sind Talley und Clements einig.

    „Das sieht unwahrscheinlich aus. Denn es ist einfach so leicht, das zu entdecken“, so Clements.

    Am Montag hatte der Sender CNN mit Verweis auf einen Vertrauten aus diesen Kreisen berichtet, dass die USA 2017 ihren „Top-Spion” in russischen Regierungskreisen wegen einer drohenden Enttarnung ins Land zurückgeholt hätten. Kurz zuvor soll im Weißen Haus demzufolge ein Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem damaligen russischen Botschafter in Washington Sergej Kisljak stattgefunden haben. Das Thema dabei war angeblich die Terror-Miliz „Islamischer Staat“ (IS)* in Syrien.

    Medienberichten zufolge war die Rede dabei von einem Mann namens Oleg Smolenkow, der angeblich in der russischen Botschaft in Washington sowie im Apparat der russischen Regierung tätig gewesen sein soll.

    Später teilte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mit, Oleg Smolenkow habe in der Administration des russischen Präsidenten Wladimir Putin gearbeitet und sei vor ein paar Jahren entlassen worden. Laut Peskow war Smolenkows Stelle nicht sehr hochrangig und beinhaltete keinen persönlichen Kontakt mit dem Staatschef.

    asch/tm/sna

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    Tags:
    Familie, Haus, Agent, Russland, USA