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04:32 23 September 2019
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    Mercedes-Benz EQ Silver Arrow bei der Automobilausstellung IAA am 11. September 2019

    Der Motor stottert: Automesse IAA startet mit Ausstellerschwund

    © REUTERS / RALPH ORLOWSKI
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    Volkswagen, Porsche und BMW: Deutschland hat Benzin im Blut. Mit knapp 65 Millionen Autos gibt es bei uns weit mehr Fahrzeuge als Erwerbstätige. Deutschlands größte Automobilausstellung IAA öffnet morgen ihre Tore. Die Hersteller versuchen dabei den Spagat zwischen leistungsstarken Verbrennungsmotoren und moderner Elektromobilität.

    IAA – Die Fakten

    Die Messe schrumpft: Mehr als ein Dutzend namhafte internationale Hersteller verzichten in diesem Jahr auf die Teilnahme. Besonders das Fernbleiben des japanischen Auto-Giganten Japan schmerzt die Veranstalter. Auch Peugeot und Fiat haben verzichtet.

    Mercedes-Benz hat seine Fläche deutlich verkleinert. Statt spektakulärer Architektur in der bewährten Jahrhunderthalle reduzierte der Konzern seinen Auftritt um ein Drittel. Im Foyer der Halle, wo vorher die Töchter Smart und Maybach ausgestellt wurden, findet sich nun das Stammgeschäft der Limousinen von Mercedes.

    IAA – Die Highlights

    Bei der Elektromobilität zeigt Volkswagen sein neues Prachtstück. Der ID3 soll für den Konzern aus Wolfsburg den Durchbruch bei Stromwagen bringen. Bei einem Startpreis von 30.000 Euro in der Basis-Variante liegt der ID3 im Budget vieler Autokäufer. Die Reichweite von rund 330 Kilometern soll den ID3 alltagstauglich machen. Im Design kommt er weniger exzentrisch daher als die BMW „i.“- Modelle. Er erinnert an eine geschwungene und modernisierte Variante des Polos.

    Ebenfalls mit Spannung erwartet wird der erste vollelektrische Porsche seit 100 Jahren. Das Modell „Taycan“ beeindruckt mit bis zu 761 PS und soll mit einer Stromladung bis zu 450 Kilometer hinter sich bringen. Bei einem Preis des Basismodells von 152.000 Euro wird der Taycan jedoch deutlich seltener als der ID3 auf deutschen Straßen zu sehen sein.

    IAA – Die Probleme

    Der Porsche Taycan verdeutlicht den Spagat, den Messe wie die Hersteller leisten müssen. Auf der einen Seite stehen die immer dringlicher werdenden Herausforderungen des Klimawandels, auf der anderen Seite die Ansprüche der Kunden. Politische Forderungen nach kleineren, spritsparenden oder elektrisch betriebenen Autos stehen dem Kaufverhalten der Kunden gegenüber.

    Besonders deutlich wird dies an den besonders umstrittenen „Sports Utility Vehicles“ (SUV). Nach dem dramatischen Unfall mit vier Toten am vergangen Freitag in Berlin werden Forderungen nach Verboten oder neuen Abgaben für SUV laut. Die Hersteller verweisen gleichzeitig auf nackte Zahlen: Im Jahr 2018 wurden über 930.000 SUV neu zugelassen. Dies entspricht fast jeder dritten Neuzulassung. Der Erfolg gibt den Herstellern also Recht, könnte man sagen.

    IAA – Die Gegner

    Umweltaktivisten wollen die IAA durch Demonstrationen und Kundgebungen zum Nachdenken bringen. Für Samstag ist an der Frankfurter Hauptwache eine große Demonstration geplant. Außerdem werden Radfahrer auf einer Sternfahrt über zwölf Routen demonstrieren und den Verkehr in Frankfurt behindern.

    Unter dem Hashtag aufgerufen haben „#aussteigen“ unter anderem der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, Greenpeace und der BUND.

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    Tags:
    Umwelt, Elektroauto, VW-Konzern, Porsche, Automesse, Deutschland