Widgets Magazine
17:21 21 Oktober 2019
SNA Radio
    Whistleblower Edward Snowden in Moskau (Archivbild)

    So lebt Snowden sein Alltagsleben in Moskau, ohne erkannt zu werden

    © AFP 2019 / DAGENS NYHETER / LOTTA HARDELIN
    Panorama
    Zum Kurzlink
    4354515
    Abonnieren

    Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat eine Autobiografie „Permanent Record“ geschrieben, in der er unter anderem über sein Leben in Russland erzählt.

    „Wohin ich auch gehe, versuche ich, mein Aussehen ein wenig zu verändern. Ich kann einen Bart loswerden oder eine andere Brille tragen. Ich mochte die Kälte nie, bis mir klar wurde, dass eine Mütze und ein Schal die angenehmste und ahnungsloseste Anonymität bieten. Ich ändere den Rhythmus und die Geschwindigkeit meines Ganges und schaue entgegen dem weisen Rat meiner Mutter in die entgegengesetzte Richtung, wenn ich die Straße überquere“, so Snowden.

    Er gebe den Taxifahrern seine Adresse nicht bekannt und gehe lieber zu Fuß zu einer Bushaltestelle oder einem der Nachbarhäuser.  Der Whistleblower nennt Moskau „eine riesige fremde Stadt“ und gibt zu, dass er Russisch noch nicht fließend spreche.

    Snowden bemerkte, dass er vor der Ankunft seiner Frau Lindsay (das Paar heiratete vor zwei Jahren – sie kennen einander schon seit 14 Jahren – Anm. d. Red) seine Wohnung  kaum verlassen wollte. Lindsay aber habe darauf bestanden, dass sie Moskau richtig sehen sollten, und so hätten sie das Bolschoi-Theater und Museen besucht.

    „Es waren so viele Leute (im Theater), der Raum war überfüllt. Lindsay fühlte mein Unbehagen. Als das Licht ausging und der Vorhang aufging, beugte sie sich zu mir, stieß meinen Ellbogen unter meine Rippen und flüsterte: ‚Keiner dieser Menschen ist wegen dir hierhergekommen.  Sie sind deswegen (wegen der Vorstellung) gekommen“, so Snowden.

    Während eines Museum- Besuchs erkannte ihn ein junges Mädchen und bat um ein „Selfie“ mit ihm und Lindsay. Wie Snowden zugibt, habe er lange Angst gehabt, dass dieses Fotos in den sozialen Netzwerken auftaucht und die Medien es schnell verbreiten würden.

    „Aber soweit ich weiß, ist das Foto nirgendwo aufgetaucht und blieb nur eine private Erinnerung an ein persönliches Treffen“, sagte er.

    Snowden, Ex-NSA-Mitarbeiter, hatte im Juni 2013 in Hongkong streng vertrauliche Informationen zu den Spähprogrammen der Geheimdienste der USA und Großbritanniens an die US-Zeitung „The Washington Post“ sowie die britische Zeitung „The Guardian“ weitergegeben.

    Er floh daraufhin von Hongkong weiter nach Russland, wo er am 23. Juni 2013 eintraf und sich dort einige Zeit im Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo aufhielt.

    Russland gewährte Snowden einjähriges Asyl. Im August 2014 erhielt der NSA-Enthüller eine Aufenthaltsgenehmigung für weitere drei Jahre, die im  Januar 2017 bis 2020 verlängert wurde.

    sm/mt

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Whistleblower, Edward Snowden