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23:21 22 Oktober 2019
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    Flughafen Hambrug (Archivbild)

    Mehr Flugsicherheit dank Greifvögeln: Airport Hamburg setzt auf Falkner

    © AP Photo / Axel Heimken
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    Um Zusammenstöße von Fliegern und Vögeln zu vermeiden, setzt der Hamburger Flughafen auf die Arbeit eines Falkners. Die für diese Aufgabe speziell konditionierten Falken und Wüstenbussarde fliegen mindestens zweimal pro Woche über die Grünflächen am Rande der Start- und Landebahnen, um Krähen, Möwen und Tauben zu verscheuchen.

    „Damit haben wir sehr gute Vergrämungserfolge“, sagte Flughafenförster Markus Musser. Während Pyrotechnik die Vögel nur kurz erschrecke, vertrieben die trainierten Greifvögel die Schwärme für zwei bis drei Tage. Geraten Vögel in die Triebwerke von Flugzeugen, können die Maschinen schweren Schaden nehmen. Auch ein Triebwerksausfall ist möglich.

    Vögel ohne Waffengewalt vertreiben

    Falkner Herbert Boger ist seit sieben Jahren am Airport im Einsatz. Die Idee, ihn anzuheuern, sei aus der Not heraus geboren, erklärte Musser. Es sei verboten worden, die Vögel mit Waffen zu jagen. Nur in Ausnahmefällen dürften noch Gewehre eingesetzt werden. „Wir suchten händeringend nach einer neuen Methode.“ Ein befreundeter Tierarzt habe den Tipp mit dem Falkner gegeben.

    Der Helmut-Schmidt-Flughafen sei mit dem Projekt Vorreiter in Deutschland. Bremen, Köln/Bonn und Düsseldorf kooperierten inzwischen ebenfalls mit Falknern. Auch Flughäfen im Ausland wie Barcelona, Prag oder Warschau ließen ihren Luftverkehr von Greifvögeln schützen, sagte Musser. 

    Vogelschläge immer noch häufig

    Die Kollision zwischen einem Flugzeug und einem Vogel wird in der Luftfahrt als „Vogelschlag“ bezeichnet. Inwiefern eine potenzielle Gefahr von den Vögeln ausgeht, hängt von deren Gewicht und Flugverhalten ab. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen am Hamburger Flughafen kann nicht verhindert werden, dass Flugzeuge und Vögel hin und wieder aufeinandertreffen. Pro Jahr zählt der Hamburg Airport etwa 35 Vogelschläge. Beteiligte Vogelarten sind vor allem Möwen, aber auch Einzeltiere wie Krähen, Tauben, Bussarde und Turmfalken.

    ls/sb/dpa

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    dpa, Deutschland