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22:42 23 Oktober 2019
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    Eine MRT-Untersuchung

    Millionen Patientendaten kursieren ungeschützt im Netz – Auch Deutsche betroffen

    © Sputnik / Witalij Ankow
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    Sensible medizinische Daten von Millionen Patienten weltweit liegen auf offen zugänglichen Servern, wie gemeinsame Recherchen des Bayerischen Rundfunks und der US-Investigativplattform ProPublica ergeben haben. Auch Patienten in Deutschland sollen vom Datenleck betroffen sein.

    Nach BR-Informationen sollen mehr als 13.000 Datensätze deutscher Patienten ungeschützt im Web gelandet sein. In mehr als der Hälfte der Fälle sollen auch medizinische Bilder wie Brustkrebsscreenings, Wirbelsäulenbilder und Röntgenaufnahmen online einsehbar sein.

    Sie stammten von mindestens fünf verschiedenen Server-Standorten uns seien noch bis vergangene Woche zugänglich gewesen, hieß es.

    Am stärksten betroffen seien Patienten aus Ingolstadt und Kempen in Nordrhein-Westfalen.

    Insgesamt sei die Rede von rund 16 Millionen ungesicherten Datensätzen aus 50 Ländern von Brasilien bis Indien. Der größte Teil entfalle dabei auf US-amerikanische Patienten.

    Der Experte für Informationssicherheit Dirk Schrader habe weltweit mehr als 2300 Rechner entdeckt, auf denen die Datensätze offen gelagert werden.

    Dabei handelte es sich oft um Bilder, die beim MRT, also Magnetresonanztomographie-Untersuchungen, entstanden. Diese würden dem Bayerischen Rundfunk zufolge von den Geräten auf einen speziellen Server geschickt.

    Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Ulrich Kelber, sprach in diesem Zusammenhang von einem „verheerenden ersten Eindruck”. Nach bisherigen Erkenntnissen seien in Deutschland zwei Kliniken betroffen, erklärte Kelber gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Jetzt müsse geklärt werden, ob womöglich auch Drittanbieter verantwortlich seien. Laut Kelber sind hohe Bußgelder in dem Fall nicht ausgeschlossen.

    jeg/ae/dpa

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    Tags:
    Daten, Patienten, Deutschland