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21:24 20 Oktober 2019
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    Internetnutzer in Ecuador (Symbolbild)

    Gefährliche Sicherheitslücke in Ecuador: Eine Bevölkerung entblößt in einer Datenbank?

    © AP Photo / Dolores Ochoa
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    Am Montag schrieb das Fachportal „ZDnet“ über das größte Datenleck persönlicher Informationen, das Südamerika je gesehen hat. Israelische Sicherheitsforscher haben eine enorme Datenbank entdeckt, in der sich 20,8 Millionen Datensätze befinden sollen. Die möglichen Folgen eines solchen Datenlecks könnten ein verheerendes Ausmaß annehmen.

    Seit Montag ist es bekannt, dass es eine riesige Datenbank mit über 20,8 Millionen Datensätzen gegeben hat. Viele dieser Daten stammen von Bürgern Ecuadors. Unter den veröffentlichten Daten gehörten persönliche Informationen wie Name, Geschlecht, Geburtsdatum und -ort, Heimanschriften, Handynummer, Ausweisnummer, Familienstand und Bildungsstand. Die Bevölkerung Euadors liegt zwar nur bei 16,6 Millionen Personen, doch die Differenz ergebe sich aufgrund von Dopplung oder Daten bereits verstorbener Personen.

    Laut dem IT-Fachportal „ZDnet“, das ausführlich mit israelischen Forschern und „vpnMentor“ an diesem „Datenleak“ recherchiert hat, gäbe es zwei Quellen. Die ausführlichsten Daten kämen aus Quellen der Regierung, sprich von der ecuadorianischen Meldebehörde. Auch die Validität der Daten hätte „ZDnet“ überprüft, indem es in Kontakt mit einigen der aufgelisteten Personen trat.

    Potenzial für gefährliche Folgen

    In einem Index betitelt mit „familia“ (spanisch für Familie) hätten sie 6,7 Millionen Dateneinträge von Kindern gefunden. Dabei seien sogar Namen von Kleinkindern darin gewesen. Die jüngsten Betroffenen seien im Frühling dieses Jahres geboren. Von allen Dingen sei „ZDnet“ bei dieser Sicherheitslücke von Dateneinträgen der Kinder am stärksten besorgt. Somit seien sie nicht nur potentielle Opfer von Identitätsbetrug, sondern auch in direkt physischer Gefahr, weil ihre Wohnorte veröffentlicht wurden.

    Der zweite Satz an Informationen wären private Quellen gewesen. Hier wurden ebenfalls gefährliche Informationen veröffentlicht: Sieben Millionen Kontonummern und 2,5 Millionen Datensätze von Automobilbesitzern und Angaben derselben. Kriminelle Gruppierungen könnten anhand von dieses Informationen problemlos die wohlhabendsten Bürger ins Visier nehmen oder teure Autos stehlen.

    Besonders kritisch sei laut dem „ZDnet“ die Kombination beider Informationen: „Wenn man beide Informationen kombiniert, also die Daten über die Kinder und die Finanznachweise, so hätten Kriminelle eine Liste der reichsten Ecuadorianer, ihre Adressen und wüssten auch, ob sie Kinder haben – Was es ihnen enorm einfach machen würde, die Kinder dieser wohlhabenden Familien zu entführen.“

    lm/tm

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    Tags:
    Cyberkriminalität, Datenleak, Ecuador