03:52 10 Dezember 2019
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    Spezialeinheiten der ukrainischen Polizei und Panzerwagen beim Einsatz auf einer Brücke in Kiew am 18. September 2019

    Mann in Kiew droht Brücke zu sprengen und eröffnet Feuer

    © AFP 2019 / SERGEI CHUZAVKOV
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    Ein unbekannter Mann hat angedroht, eine Brücke in Kiew zu sprengen und hat das Feuer eröffnet. Der Tatort liegt nahe einer Metrostation, meldet die Polizei am Mittwoch. Inzwischen wurde der mutmaßliche Täter festgenommen.

    Nach Angaben der Zeitung „Ukrainskaja prawda“ nahm die ukrainische Polizei den Mann fest, der mit der Sprengung der Brücke "Metro" in Kiew gedroht hatte. Der Innenminister Arsen Awakow habe die Informationen bestätigt.

    Laut der Zeitung handelt es sich um einen Mann namens Belko, der am Militäreinsatz im Osten der Ukraine teilgenommen haben soll. Der mutmaßliche Täter soll Kommandeur einer Funkstation gewesen sein. Sein Truppenteil sei im Gebiet Kiew stationiert.

    Am 26. Juni habe ein Gericht Belko der unerlaubten Entfernung von der Truppe schuldig gesprochen und zu einer Woche Haft verurteilt.

    Laut dem ukrainischen Innenminister wurde bei der Festnahme niemand verletzt. Der mutmaßliche Täter sei in ein Polizeirevier gebracht worden.

    Wie der Pressesprecher des ukrainischen Innenministers, Artjom Schewtschenko, mitteilte, habe die Polizei eine Pistole, eine Flinte mit glattem Lauf, und eine Flinte mit gezogenem Lauf, sowie einen Granatwerferkoffer am Tatort sichergestellt.

    Dem Chef der Kiewer Polizei, Andrej Krischtschenko, zufolge hatte der Festgenommene keine Forderungen gestellt. Gegen 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) habe es Anrufe bei der Polizei gegeben, denen zufolge ein Unbekannter mit einem Auto den Verkehr auf einer Brücke gesperrt und mehrmals in die Luft geschossen hatte.

    „Er stellte keine Forderungen, er schrie nur, er habe Sprengstoff bei sich, der explodieren könnte, sollte sich jemand ihm nähern“, sagte Krischtschenko bei einem Briefing, das der TV-Sender „Ukraine 112“ übertragen hat.

    Der mutmaßliche Täter habe keine konstruktive Kommunikation gewollt, er habe nur verlangt, mit seiner Freundin zu sprechen, so der Polizeichef. „Es gab weder vernünftige Forderungen noch zusammenhängende Gedanken. Daher wurde beschlossen, einen Sturm durchzuführen“. Der Festgenommene könnte unter Alkohol- oder Rauschgifteinfluss gestanden haben und werde sich medizinischer Untersuchung unterziehen.

    Zudem teilte der Kiewer Polizeichef mit, dass der Verdägtige bereits vor drei Monaten aus den ukrainischen Streitkräften entlassen worden sei.

    ​Zuvor war berichtet worden, dass der mutmaßliche Täter mit einem Auto auf die Brücke gekommen war, einen Gegenstand, der einem Sprengsatz ähnelt, sowie ein Sturmgewehr aus dem Fahrzeug geholt und um sich geschossen hatte. Der Mann schein etwa 35 Jahre alt zu sein.

    Laut einer Sprecherin der Kiewer Polizei wurde ein Polizeieinsatz durchgeführt. Der Automobil- und Eisenbahnverkehr auf der Brücke wurde gesperrt. Der Vorfall wurde als Vorbereitung eines Terroranschlags eingestuft worden.

    Nach Polizeiangaben befanden sich Polizeistreifen, Hundestaffeln, Spezialeinheiten und Entminungskräfte am Einsatzort.

    Der mutmßliche Täter, der einen Tarnanzug anhatte, soll damit angedroht haben, Staatsbehörden zu sprengen.

    Dem ukrainischen TV-Sender „Nasch“ zufolge traf ein Schützenpanzer am Tatort ein. Der mutmaßliche Täter soll eine ukrainische Flagge bei sich gehabt haben. Als er das Feuer eröffnet habe, soll er in die Luft geschossen haben, hieß es.

    Laut der Nachrichtenagentur UNN schoss der Schütze eine Drohne der Polizei ab.

     

    asch/gs/sna
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    Tags:
    Ukraine, Schießerei, Drohung, Brücke, Kiew