22:00 14 Dezember 2019
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    Skandal in der deutschen Filmszene: Verliert Mending wegen eines Fotos seinen Job?

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    Der Geschäftsführer von Hessen-Film, Hans Jaochim Mendig, war in einem Instagram Post mit AfD Politikern zu sehen. Nun ist die deutsche Filmszene in Aufruhr. Über 350 Filmschaffende fordern eine Erklärung zu diesem Austausch, sowie den Rücktritt Mendings von der Stelle als Geschäftsführer einer Filmförderung.

    Geschäftsführer der Filmförderung Hessen-Film, Hans Joachim Mending, war am 24. Juli auf einem Bild von AfD Bundestagssprecher Jörg Meuthen zu sehen. Auch mit am Tisch saß Moritz Hunziger, der PR-Berater der AfD. Das Bild beschrieb Meuthen im Posting mit: „Sehr angeregter, konstruktiver politischer Gedankenaustausch heute in Frankfurt mit Prof. Dr. Moritz Hunziger und Prof. Dr. Hans Joachim Mending.“

    Die deutsche Filmszene und die AfD

    Dabei habe es sich nach Mending um eine „private Gelegenheit“ gehandelt, wie die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, informierte. Doch die Filmszene steht dieser Zusammenkanft skeptisch gegenüber. Das Treffen sei vor allem im Zusammenhang mit den Äußerungen des kulturpolitischen Sprechers der AfD, Marc Jongen, besorgniserregend.

    Die Partei habe nämlich klare Forderungen für ihre Filmpolitik. So seien ihm zufolge eine „ideologische Entschlackung der deutschen Filmförderung“ und deren „Neuevaluierung“ notwendig. In Presseerklärungen und Stellungnahmen im Kulturausschuss hätte der Sprecher schon mehrmals solche Aussagen geäußert. Auch eine „Entideologisierung des Kulturbetriebes“ hätte Jongen an der Preisverleihung der Berlinale gefordert. Die Ideologisierung sei damals anhand der „politischen Absicht der Jury“, in der „Sensibilität für Randgruppenthemen oder die ,gendergerechte‘ Auswahl der RegisseurInnen“ zu erkennen gewesen.

    Bei der diesjährigen Eröffnung der First Steps Awards am 9. September, äußerte sich der Präsident der Deutschen Filmakademie Ulrich Matthes zur AfD. Mit dem Einstieg, dass er das Attribut „rechtspopulistisch“ „mittlerweile viel zu kuschelig“ finde, bittet er die Anwesenden gegen die Partei zu handeln:

    „Wir müssen die Partei ausgrenzen. (…) Wir müssen versuchen mit jedem einzelnen Wähler und jeder einzelnen Wählerin dieser Partei in eine Auseinandersetzung darüber zu kommen, wofür wir stehen. (…) Wir müssen unsere Argumente schärfen, wir müssen offener werden in der Auseinandersetzung, im Streit, in der Debatte. Wir müssen uns überlegen, was wir auch künstlerisch an Projekten, seien sie klein, seien sie größer, dagegen tun können. Wir müssen in die Offensive gehen und kämpferischer werden, davon bin ich zutiefst überzeugt.“

    350 Filmschaffende gegen Mending

    Die Verbindung eines Filmschaffenden mit der AfD wurde in der deutschen Filmszene als zu verhängnisvoll aufgefasst. So haben mittlerweile über 350 Regisseure, Schauspieler, Produzenten und Drehbuchautoren eine Erklärung unterschrieben. Diese fordert einen Rücktritt von Mending, um Hessen-Film einen „Neuanfang“ zu ermöglichen. Zu den Unterzeichnern dieser Erklärung finden sich Namen wie Nicolette Krebitz (Filmregisseurin, Schauspielerin), Hans-Christian Schmidt (Filmregisseur), Dominik Graf (Filmregisseur) und Barbara Albert (Filmregisseurin).

    Laut einem Artikel der Zeitung „Welt“ teile Ministerin Angela Dorn mit der Filmszene die Verwunderung über dieses Treffen. Die hessische Filmszene stehe für Vielfalt, Akzeptanz und Weltoffenheit. Die Deutsche Filmakademie erhebt ebenfalls Anspruch auf eine Erklärung vom Geschäftsführer. „Sollte diese nicht erfolgen, halten wir seine Abberufung durch die Ministerin für Wissenschaft und Kunst in Hessen für berechtigt“, so die Filmakademie in ihrer Stellungnahme. Bis jetzt hätte sich Hans Joachim Mending noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

    lm

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    Tags:
    Film, Skandal, AfD, Jörg Meuthen, Deutschland