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10:09 13 November 2019
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    Sputnik als „Propaganda“-Beispiel: So will ein französisches Lehrbuch kritisches Denken beibringen

    © Sputnik / Alexander Demiantschuk
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    Mit einem aggressiven Porträt Russlands schlägt ein neues französisches Lehrbuch Oberschülern vor, kritisches Denken durch Analyse von Sputnik-Inhalten zu üben. Der Chef des Russischen Journalistenverbandes, Wladimir Solowjow, verurteilte den Schritt am Montag als unzulässig und sprach von einem Informationskrieg.

    Das vor kurzem erschienene Lehrbuch des französischen Verlags Belin Education über Geopolitik und Politikwissenschaft, das Sputnik France vorlag, ist für das 11. Schuljahr (fr. Première) bestimmt.

    Im Kapitel „Die Wiederbelebung der russischen Macht: Putins Ära“ geht es um Militärmacht, Allianzen, Putins Persönlichkeit und russische Soft-Power – einschließlich der Nachrichtenagenturen Sputnik und RT. Leider enthält das Buch mehrere Fehler und Ungenauigkeiten, die die Sicht des Lesers auf das Thema verzerren.

    Fehler von Anfang an

    Zuerst geben die Autoren eine fehlerhafte Beschreibung von Sputnik:

    „Sputnik, eine von der russischen Regierung 2014 eingerichtete internationale Nachrichtenagentur, sendet nicht in russischer Sprache … und gilt in Europa als ein verschwörerischer Vermittler von Fehlinformationen und Propaganda.“

    In der Tat sendet Sputnik ein Radioprogramm in russischer Sprache. Darüber hinaus betreibt Sputnik in den meisten Ländern der ehemaligen UdSSR Nachrichtenportale in der Landessprache und auf Russisch. Auf einer Karte, die Sputniks „Machtprojektion“ in Europa zeigt, sind die wichtigsten Redaktionen zwar in Paris und Berlin aufgeführt, die zahlenmäßig ebenso wichtigen in Edinburgh und Istanbul sind jedoch nicht erwähnt.

    Übungen in kritischem Denken oder in Angst vor Russland?

    Als eine Übung in kritischer Analyse schlägt das Lehrbuch vor, die Zuverlässigkeit von Sputnik-Artikeln über die Präsidenten Russlands, Frankreichs und der Vereinigten Staaten zu bewerten. Eine neutrale Einschätzung ist aber wohl schwierig, wenn die Quelle vom Anfang an als ein „verschwörerischer Verbreiter von Fehlinformationen und Propaganda“ eingestuft wird.

    Die Oberschüler sind auch eingeladen, „die Autoren dieser Artikel und die redaktionelle Reihe der Website“ zu recherchieren. Dies steht mit dem Thema „Analyse der Dynamik der internationalen Kräfte“ in Verbindung.

    Auf der gleichen Seite schlägt das Lehrbuch auch vor, dass die Schüler Debatten organisieren, zum Beispiel zum Thema „Sollten wir Angst vor Wladimir Putin haben?“.

    Reaktion aus Journalistenverband

    Der Chef des Russischen Journalistenverbands, Wladimir Solowjow, verurteilte das Lehrbuch von Belin Education als inakzeptabel.

    „Heutzutage herrscht auf der ganzen Welt ein sehr komplizierter Informationskrieg. Er wird ohne Regeln und manchmal mit dem Einsatz schmutziger Technologien durchgeführt“, sagte er.

    Daher sei die Erstellung von „schwarzen und weißen Listen“, um die Manifestationen von etwas außerhalb des Mainstreams zu verhindern, völlig unzulässig.

    Das Buch von Belin Education wurde als Lehrmaterial für den Herbst dieses Jahres von dem Bildungsministerium Frankreichs vorgeschlagen. Andere Lehrbücher in diesem Fach, mit denen sich Sputnik France bekanntmachte, behandelten das Thema „Wiederbelebung der russischen Macht“ allerdings ausgewogener.

    msch/mt/sna

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    Tags:
    Fehlinformationen, Propaganda, "russische Propaganda", Frankreich, Lehrbuch, Bildung, RT, Sputnik