16:35 21 November 2019
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    Der britische Botschafter in Russland Laurie Bristow (Archivbild)

    Großbritannien versucht, neue Art von Beziehungen zu Russland aufzubauen – scheidender Botschafter

    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
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    Laurie Bristow, der britische Botschafter in Russland, hat im Interview mit RIA-Novosti zugegeben, dass er nicht gern Russland verlässt. Zudem zeigte er sich von der Bereitschaft der Russen in einigen Dingen überrascht. Was er damit genau meinte, erfahren Sie im Interview.

    Der Diplomat erzählte, dass ihm Russland gefalle und er viele Jahre investiert habe, um an diesen Posten zu gelangen. Nach dem Ende seiner Arbeit werde er auch weiterhin sehr enge Kontakte pflegen.

    „Ich bin in Russland, weil mir Russland gefällt“, erklärte er im Interview. „Leider werde ich den Posten Ende dieses Jahres verlassen. Aber ich werde mit vielen Freunden und Kollegen, die wir in Russland haben, weiterhin in Kontakt bleiben“.

    Auf die Frage, ob er beruflich noch etwas mit Russland zu tun haben werde, lächelte Bristow und sagte: „Es wird Neuigkeiten geben, wenn es Neuigkeiten gibt“.

    Bristow erwähnte, dass seine jetzige Tätigkeit eine Art Traumjob sei.

    „Ich begann in dem Jahr im Foreign Office (Auswärtiges Amt – Anm. d. Red.) zu arbeiten, als der Kalte Krieg zu Ende ging  (Jahr 1990. – Anm. d. Red.). Wegen diesem Job habe ich überhaupt beim Foreign Office angefangen. Wir hatten oft Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten mit Russland, wir, Großbritannien, versuchen aber, eine neue Art von Beziehungen zu Russland und dessen Bürgern aufzubauen, nicht nur mit der Regierung“, erzählte er.

    Die größte Überraschung in Russland war für Bristow die Bereitschaft der Russen, bei verschiedenen Themen zusammenzuarbeiten.
    „Auch in schwierigen Zeiten, wenn es viele Meinungsverschiedenheiten zwischen den Regierungen gab, war es für mich nicht schwierig, russische Freunde und Kollegen in meine Residenz gegenüber dem Kreml zusammenzurufen, um dort zu arbeiten, sei es Wirtschaft, Kunst oder Kultur. Großbritannien hat etwas, was vielen Russen gefällt, und andersrum ist es auch der Fall. Es gibt viel Positives in unseren Beziehungen“, erzählte der Botschafter. 

    Auf die Frage, welchen Rat er seiner Nachfolgerin, Deborah Bronnert, geben würde, sagte Bristow: „Es wird viele Probleme, viele Schwierigkeiten geben. Aber am Ende muss man wissen, welche Art von Beziehung wir mit Russland aufbauen wollen. Diese Beziehungen beruhen auf Kooperation. Wir arbeiten mit unseren Freunden, Kollegen, Partnern auf eine Weise, wie wir das auch mit unseren anderen internationalen Partnern tun – um dem Nutzen unserer beiden Länder zu dienen“.
    Laut Bristow war und bleibt Kultur ein wichtiger Kommunikationskanal zwischen den Ländern. Außerdem sollte man laut dem Botschafter auch manchmal die typischen Rahmen sprengen und neue Bereiche der Kulturzusammenarbeit entdecken.

    „Es gibt so viele verschiedene Dinge – Fotographie, zum Beispiel, das ist ein Bereich, der einen direkt berührt. Fotographie erzählt über die Gesellschaft, in der du lebst. Im Rahmen des britisch-russischen Jahres der Musik haben wir nicht nur versucht, alles auf klassische Konzerte mit Orchester zu reduzieren, sondern wir haben auch Pop-Musik, musikalische Bildung und vor allem den Einsatz von Musik für therapeutische Zwecke gezeigt, damit die Menschen sich nicht nur als Zuschauer wahrnehmen, sondern auch etwas Neues über sich selbst und die Kulturformen entdecken“, erklärte Bristow.

    dg/ae

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    Tags:
    Interview, Russland, Großbritannien, Botschafter, Laurie Bristow