11:04 01 Dezember 2020
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    Premiere für den neuen Film „Ad Astra“ – ein Science-Fiction-Thriller mit einem weiteren erfolgreichen Comeback von Brad Pitt. Warum der Hollywood-Star wieder hoch im Kurs ist – das lesen Sie in diesem Artikel.

    Brad Pitt hat sich mit 55 Jahren selbst entdeckt. In einer Saison erschienen gleich zwei Topfilme mit seiner Beteiligung. In Cannes wurde der neue Film von Quentin Tarantino „Once Upon a Time in… Hollywood“ präsentiert. Bei den Filmfestspielen in Venedig  feierte der Film „Ad Astra“ des Regisseurs James Gray seine Weltpremiere.

    Vor genau acht Jahren hatte Brad Pitt das letzte Mal ähnliche Erfolge gefeiert – als 2011 bei den Filmfestspielen in Cannes der Film „The Tree of Life“ mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, und das Sportdrama „Moneyball“ sechs Oscar-Nominierungen hatte, darunter eine für Brad Pitt.

    Da Tarantino Pitt und DiCaprio für die wichtigsten Rollen in seinem neuen Film castete, werden beide nun miteinander verglichen. Nach dem Erhalt des lang ersehnten Oscar hatte sich DiCaprio eher rar gemacht auf den Kinoleinwänden. Er sorgt nun mehr für ein positives Image mit seinem Engagement für die Umwelt, als Produzent für Dokus über die Klimaerwärmung –  er ist so eine Art Greta Thunberg aus Hollywood geworden.

    Leo DiCaprio ging wohl zu früh in Rente. Der ältere Brad Pitt bekam seinen ersten Oscar früher – und nicht für eine gute Rolle (wobei bekanntermaßen die Leistung des Schauspielers viel weniger entscheidend als die des Drehbuchautors beziehungsweise Regisseurs ist), sondern als Produzent für das historische Drama „12 Years a Slave“. Pitt übernahm die eher episodische Rolle eines kanadischen Arbeiters, die vor allem als Promotion für den Film notwendig war, damit sein Name das Publikum für das zwei Stunden dauernde Drama anlockt.

    Es ist merkwürdig, einen Hollywood-Star für seine Bescheidenheit zu loben, doch in diesem Jahr zeigte Pitt sie erneut. Er sagte in einem Interview, dass er nicht persönlich am Oscar-Rennen teilnehmen werde. Die Filmstudios starten üblicherweise spezielle Werbekampagnen für ihre Filme, um sie in den verschiedenen Oscar-Kategorien unter den Academy-Mitgliedern durchzusetzen. Das erhöht die Chancen auf einen Sieg. Auch Schauspieler sind Teil dieser Kampagnen – geben Interviews u.a.

    Brad Pitt könnte gleich in zwei Kategorien nominiert werden – „Bester Hauptdarsteller“ („Ad Astra“) und „Bester Nebendarsteller“ („Once Upon a Time in… Hollywood“). Nicht ausgeschlossen ist, dass er die Oscars auch ohne Promo-Aktionen bekommt.

    Das Elektrisierende an den Rollen von Brad Pitt  in dem Jahr 2019 besteht nicht darin, dass sie Teil guter Filme sind. Pitt wählte seine Figuren nicht zufällig – womöglich aus persönlichen Gründen.

    Ein Schauspieler vor der Kamera ist immer halb sich selbst, halb seine Figur. Beide Seiten existieren in einem Körper. Deswegen sind die Rollen interessant, die Pitt in diesem Jahr wählte – offenbar hat er es geschafft, das Klischee eines selbstverliebten Hollywoodstars abzustreifen. Seit seiner ersten bekannten Rolle in „Thelma & Louise“ haftete ihm der Ruf an, zwar unglaublich gut auszusehen, aber auch ein bisschen „beschränkt“ zu sein. 

    Im Film „Ad Astra“ spielt er eine überaus heldenhafte und populäre Figur – einen Weltraumflieger der Zukunft. Doch dank Regisseur Gray, dessen Filme häufig im Wettbewerb der Festivals liefen und er erstmals ein solch großes Budget bekam, wurde Brad Pitts Solorolle in „Ad Astra“ überraschend zu einem der populärsten Thriller der vergangenen Jahre. Pitt mimt Emotionen bis ins kleinste Detail. Mit Bravour besteht er die regelmäßigen psychologischen Tests.

    Ebenso präzise schauspielert Pitt bei Tarantino – nicht als Hauptdarsteller, sondern als Stuntman der Figur DiCaprios. In seinem deutlich ärmeren und einsamen Leben erweist er sich als glücklicher und gefragter als sein Partner. Der ruhige, selbstbewusste Cliff Booth wirkt respektvoll. Er ähnelt wohl Pitt selbst, der heute alle andern und vor allem sich selbst davon überzeugen will, dass er vieles machen kann.

    Pitt folgt seit langem dem Weg eines Kämpfers. Er spielte bislang nicht für Lars von Trier oder Christopher Nolan, doch schon zweimal für Tarantino und vielleicht im stärksten Film des 21. Jahrhunderts: „The Tree of Life“ von Terrence Malick. Der Film „Johnny Suede” mit Pitt als Hauptdarsteller gewann bei den Filmfestspielen in Locarno, die für ihre Arthouse-Filme bekannt sind. Wenn er sich für Blockbuster beziehungsweise Actionfilme entscheidet, dann immer mit einem unerwarteten Konzept, wie zum Beispiel den politisch scharfen Kriminalfilm „Killing Them Softly“, „Fury“ oder die spannende “Ocean’s”-Trilogie.

    Dabei bleibt Brad Pitt mit 55 Jahren ein fitter, verdammt schöner, risikobereiter, sich selbst suchender Typ.

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    Tags:
    Oscar, USA, Hollywood, Leonardo DiCaprio, Brad Pitt