22:06 13 August 2020
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    Der Subunternehmer eines Bestatters soll Tote in einer Kfz-Werkstatt in Biegen, Brandenburg, aufbewahrt haben. Die Staatsanwaltschaft hat den Fall bereits geprüft – es handelt sich wohl um keine Straftat.

    Den entscheidenden Hinweis erhielten die Behörden von Anwohnern: In Brandenburg wurde offenbar eine alte Kfz-Werkstatt als Zwischenlager für Leichen benutzt. Das bestätigte eine Behördensprecherin. Zuvor hatte die „Märkische Oderzeitung“ davon berichtet.

    Nachbarn waren laut der Sprecherin Bestattungswagen mit Kennzeichen aus Eisenhüttenstadt und Königs Wusterhausen aufgefallen. In der stillgelegten Werkstatt hätten zwischen Schrottautos und Dreck Särge und Kühlzellen gestanden. Laut Zeitungsbericht seien darin acht Tote aufbewahrt worden. Die Zahl wollte die Sprecherin nicht bestätigen, sie sagte lediglich, es seien mehrere gewesen.

    Der Staatsanwaltschaft zufolge gibt es keinen Anfangsverdacht auf eine Straftat. Eine Störung der Totenruhe sei nur dann gegeben, wenn etwa eine Leiche aus dem Kreise der Berechtigten entfernt oder ein Grab geschändet werde. Doch nichts davon trifft zu: Der Subunternehmer habe von einem Bestatter den Auftrag bekommen, die Leichen zu transportieren. Allerdings kommt eine Ordnungswidrigkeit in Betracht. Unklar ist, warum der Subunternehmer die Leichen in der Werkstatt lagerte.

    Zu dem Fall äußerte sich Rüdiger Kußerow, Obermeister der Bestattungsinnung Berlin-Brandenburg. Ihm zufolge sei das Ganze ein Unding und unwürdig. Der Verstorbene müsse vom Sterbeort in eine amtlich anerkannte Kühlhalle überführt werden oder zum Friedhof oder ins Krematorium. Alles andere sei nicht statthaft.

    Zudem sei eine Lagerung solcher Art nicht ungefährlich. Es gebe Leichen, die infiziert sein könnten. Bestatter hätten Gelegenheit, sich in Krankenhäuser einzumieten, sollten sie keine eigenen Kühlräume haben. Dort bekämen sie speziellen Platz für die Aufbewahrung der Leichen.

    In der Region Berlin-Brandenburg hatte es 2015 einen ähnlichen Fall gegeben. Damals seien mehrere Särge mit Leichen im Kühlraum eines ehemaligen Supermarktes in Wandlitz nördlich von Berlin gefunden worden. Ein Bestatter habe sie dort untergebracht.

    mk/ae

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