21:14 27 Januar 2020
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    Die berühmte Urania-Weltzeituhr in Berlin-Mitte wird am Montag 50 Jahre alt. Mit der Zeit ist sie zum bekanntesten Treffpunkt für Berliner und Touristen geworden und dient als ein Symbol der Weltoffenheit. Doch fast niemand kennt die einzigartige Geschichte und den Gestalter hinter diesem Denkmal.

    In diesem Jahr wird dieses historische Monument mit einer Ausstellung wertgeschätzt.

    Am Montag wird die Urania-Weltzeituhr 50 Jahre alt. Das Monument steht auf dem Alexanderplatz in Berlin und dient heute noch als ein bekannter Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Die Rotunde zeigt 147 Städte aller Kontinente, deren Ortszeit genauso wie die deutsche verfolgt werden kann. Darüber steht das sich drehende Planetensystem, das den Lauf der Planeten als Grundlage für die Zeitmessung symbolisieren soll. Heute gilt die Weltzeituhr laut der Pressemitteilung der Weltzeituhr-Gesellschaft als einzigartiges Symbol für „Freiheit, Weltoffenheit und Toleranz“.

    Die Geschichte

    Im Dezember 1968 begannen die Arbeiten zur Herstellung der Weltzeituhr in Berlin. Dafür hatte der Formgestalter Erich John zum 20-jährigen Jubiläum der DDR den Auftrag im Zuge der Neugestaltung des Alexanderplatzes erhalten. Innerhalb von neun Monaten schafften es 124 freiwillige Arbeiter in Feierabendbrigaden, dieses zehn Meter hohe und 16 Tonnen schwere Denkmal zu erbauen. Pünktlich am 30. September 1969 weihte der damalige Bürgermeister Ost-Berlins, Herbert Fechner, die Weltzeituhr ein.

    Laut der Weltzeituhr-Vertriebsgesellschaft fanden schon viele wichtige Versammlungen an der Urania-Weltzeituhr statt. So versammelten sich dort anlässlich der X. Weltjugendspiele im Sommer 1973 internationale Studenten. Kurz vor dem Mauerfall am 7. Oktober 1989 diente dieser Platz als ein Treffpunkt Oppositioneller. Seit dem Jahr 2015 ist die Weltzeituhr denkmalgeschützt.

    Tatsächlich waren nicht alle Namen der großen Städte von Anfang an eingraviert. Laut der Zeitung „Tagesspiegel“ sollte die Uhr ein Symbol der sozialistischen wissenschaftlichen Errungenschaften sein. Als die Uhr gebaut wurde, herrschte beispielsweise in Athen eine Militärdiktatur, weswegen man sich entschloss, den Namen nicht hinzuzufügen. Es wurde viel Wert darauf gelegt, dass fortschrittliche Städte oder solche mit guten Prognosen auf die Rotonde graviert wurden. Beispiele dafür waren Murmansk, Omsk, Hanoi oder New Delhi. Erst 1985 gravierte man bei großen Wartungsarbeiten Städte wie Athen, Wien und Kopenhagen nach. Als neuste Stadt kam Istanbul 1997 auf Wunsch des dortigen Bürgermeisters hinzu.

    Das Projekt trug auch gewisse Kosten mit sich. Zwar hatte Erich John den Entwurf eingereicht und den Auftrag bekommen, doch die Realisierung eines solchen Konstrukts war durchaus komplizierter als gedacht. Der „Tagesspiegel“ schreibt in einem ausführlichen Artikel, wie der Formgestalter in Rathenow, aus Dortmund und bei der SED Hilfe erhielt. Die Gesamtkosten der Uhr lagen bei 480.000 Mark.

    Die Weltzeituhr-Gesellschaft

    Professor Erich John höchstpersönlich übergab einem Berliner Start-Up die Aufgabe, das zeitgeschichtliche Wahrzeichen der Welt zugänglich zu machen. Dies tut das Unternehmen in Form von hochwertigen Erinnerungsstücken und nachhaltigen Souvenirs. Laut der Website der Weltzeituhr-Gesellschaft ist es ihnen ein großes Anliegen, die Geschichte der Uhr und des Erfinders näherzubringen.

    Die Weltzeituhr-Gesellschaft hat am 30. August dieses Jahres ein Info-Pavillon in unmittelbarer Nähe der Uhr aufgestellt. Unterstützt werden sie vom Bezirksamt Berlin-Mitte. In Zusammenarbeit mit dem Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel wollen sie mit dieser Aktion das Werk Johns wertschätzen. Zu der berlinweiten Bedeutung der Weltzeituhr hatte sich von Dassel auch bei einer Pressekonferenz geäußert, die in einer Pressemeldung aufgezeichnet ist:

    „Die Weltzeituhr ist ein wichtiger Beitrag, um den Alexanderplatz in anderem Licht darzustellen. Sie stand lange genug im Schatten von Weihnachtspyramiden und Osterhasen. Der Bezirk freut sich, dass das Monument auf dem Alexanderplatz nun in den Mittelpunkt gerückt wird. Berlin kann mehr als bunte Bären und das Brandenburger Tor aus Schokolade.“

    lm

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