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10:05 13 November 2019
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    Weltraum-Schrott (Symbolbild)

    Russische Forscher entwickeln einzigartigen Weltraumschrott-Entferner

    CC0 / WikiImages / Pixabay
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    Der Weltraumschrott im Erdorbit stellt eine zunehmende Bedrohung für Satelliten und Raumfahrer dar. Nun haben Wissenschaftler an der Universität Samara in Russland eine einzigartige Lösung vorgeschlagen, um dieses Problem zu bewältigen. Die Ergebnisse der entsprechenden Studie sind in der Fachzeitschrift „Acta Astronautica“ veröffentlicht.

    Wie es heißt, basiere das „Weltraumschrott-Abwehr-System“ auf Gravitationseffekten und habe keine Analoga auf der Welt.

    „Unser Modell eines Schlepper-Kollektors beweist die grundlegende Möglichkeit, dass das Problem des Weltraummülls gelöst werden kann. Ein schwerer Satellit mit einem schubschwachen Triebwerk, der nach dem Prinzip einer Gravitationsfalle funktioniert, ist in der Lage, Objekte einzufangen und diese aus der geostationären (GSO) Umlaufbahn zu entfernen“, so Wladimir Aslanow, Leiter des Lehrstuhls für Theoretische Mechanik an der Universität Samara (eine Stadt im europäischen Teil Russlands).

    Die Schwerkraft in der geostationären Umlaufbahn wirke sich relativ schwach aus, weshalb ziemlich schwere Objekte dort einen Bereich eigener Gravitationskraft erzeugen würden – die sogenannte Hill-Sphäre. Da eine optimale Wirkung mit einem Kollektorgewicht von etwa 100 Tonnen erzielt werden könne, glauben die Wissenschaftler, dass kleine Asteroiden diesem Zweck in Zukunft dienen könnten.

    Ein funktionierender Kollektor werde zwischen der geostationären Umlaufbahn und den höheren Umlaufbahnen verkehren. Gemäß einer der Modell-Versionen könnten die vom Satelliten gesammelten Trümmer um ihn herum angesammelt werden, wodurch die Nutzmasse des Kollektors erhöht und somit auch die Schwerkraft-Erfassung erhöht werde.

    Im Rahmen des Projekts seien alle Phasen der Mission eines solchen Weltraumschrott-Entferners berechnet worden. Dem Forschungsleiter Aslanow zufolge ist diese Entwicklung russischer Wissenschaftler vor dem Hintergrund der zunehmenden Schwere des Problems einzigartig.

    Das Projekt werde mit Unterstützung der Russischen Wissenschaftsstiftung (RSF) entwickelt. Derzeit sei das Forschungsteam dabei, von der physikalischen Modellierung zu spezifischen technischen Berechnungen überzugehen.

    pd/mt/sna

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    Tags:
    Satelliten, Bedrohung, Gravitation, Problem, Weltraumschrott, Schwerkraft