14:36 14 November 2019
SNA Radio
    Listeria-Bakterien unter Mikroskop

    Finger weg von der Wurst! Zwei Todesfälle in Hessen nach Bakterieninfektion nachgewiesen

    © AFP 2019 / MYCHELE DANIAU
    Panorama
    Zum Kurzlink
    13254
    Abonnieren

    In Hessen sind zwei Todesfälle und mehrere Erkrankungen registriert worden, die offenbar infolge einer Infektion mit Listerien eintraten. Die Bakterien stammen aus Fleischwaren des Unternehmens Wilke. Nun hat die Verbraucherorganisation „foodwatch“ Betroffene dazu aufgerufen, sich zu melden, heißt es laut dpa am Donnerstag.

    Die Behörden hatten die Produktion des Unternehmens Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren in Twistetal-Berndorf am Dienstag vorläufig geschlossen. Wie der Kreis am Mittwoch mittgeteilt hatte, seien in Wurstprodukten der Firma Listerien nachgewiesen worden. Eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI) habe einen unmittelbaren Zusammenhang zu Todesfällen von zwei älteren Menschen aus Hessen ergeben. Laut dem Institut sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Bakterien aus Pizzasalami und Brühwurst der Firma Wilke Wurstwaren stammen.

    Auch die Verbraucherorganisation „foodwatch“ hat sich in die Aufklärungsarbeit eingeschaltet und Betroffene aufgerufen, sich zu melden. Sie möchte prüfen, ob das Unternehmen und Behörden auch wirklich alles getan hätten, „um Erkrankungen zu vermeiden und die Menschen zu warnen“.

    Nach Angaben des Unternehmens vom Mittwoch wurden „alle im Unternehmen hergestellten Erzeugnisse mit sämtlichen Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdate“ zurückgerufen. Die betroffenen Waren seien durch das ovale Kennzeichen „DE EV 203 EG“ eindeutig zu identifizieren. Die Artikel könnten gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden.

    Was sind Listerien?

    Listerien sind häufig in der Umwelt anzutreffen und insbesondere in rohen Lebensmitteln wie Fleisch, Geflügel und Meerestieren sowie in Rohmilchprodukten. Hitze tötet die Keime normalerweise ab. Listerien zeichnen sich jedoch durch ihre hohe Widerstandsfähigkeit aus. Ab drei Grad Celsius vermehren sie sich relativ schnell und fühlen sich auch bei einer gewöhnlichen Kühlschranktemperatur von sieben Grad wohl.

    Erst bei einer Temperatur ab 70 Grad Celsius sterben Listerien ab. Für die Bakterienbekämpfung bedeutet das eine mindestens zweiminütige Erwärmung im Kern des Lebensmittels.

    Die Infektion geht mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Gliederschmerzen einher. Eine zu große Menge der Bakterien kann sogar Durchfall und Erbrechen hervorrufen. Bestimmten Risikogruppen drohen Entzündungen des Dünndarms, Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung. Solche Fälle können mitunter tödlich enden.

    Todesfälle sind dennoch selten. Circa ein- bis zweimal pro Jahr verzeichnet man in Deutschland  das Vorkommen von Listerien in Lebensmitteln. Etwa 300 bis 500 Menschen erkranken pro Jahr an dem Keim.

    mk/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Wurst, Bakterien