18:05 10 Dezember 2019
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    Fritzi - Eine Wendewundergeschichte (Standfoto)

    „Es gibt da immer Bananen und Coca-Cola“ – Fritzi und Sputnik sollen Kindern Mauerfall näher bringen

    © Foto : Weltkino Filmverleih GmbH, München
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    Mit dem Animationsfilm „Fritzi – eine Wendewundergeschichte“ wollen ein „Wessi“ und ein „Ossi“ Kindern die Ereignisse erklären, die die Deutschen vor 30 Jahren zur Wiedervereinigung bewegten. Die Protagonisten sind ein Mädchen namens Fritzi und ihr Terrier Sputnik. Am 9. Oktober feiert der Film im Kino International seine Berlin-Premiere.

    Hund Sputnik darf nicht mit nach Ungarn. Er soll bei der zwölfjährigen Fritzi in Leipzig bleiben, während ihre beste Freundin Sophie und ihre Mutter im Sommer 1989 nach Ungarn „in die Ferien“ fahren. Fritzi ahnt zunächst allerdings nicht, dass die beiden nicht zurückkommen werden. Denn tausende Ostdeutsche sind auf der Flucht aus der DDR in den Westen. So wollen die beiden Regisseure, Matthias Bruhn und Ralf Kukula, den Kindern nach dem Buch  „Fritzi war dabei“ von Hanna Schott in einem Film den Mauerfall erklären.  

    Der ehemalige MSK-Vorsitzende Horst Teltschik (Archivbild)
    © AFP 2019 / Munich Conference on Security / Harald Dettenborn

    Fritzi sei ein schlaues und wissbegieriges Mädchen mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, mache sich ihre eigenen Gedanken über das, was um sie herum passiere, und habe keine Scheu, ihre Meinung zu äußern, geht aus dem Presseheft weiter hervor. Dass sie bei ihrer neuen, strengen und regimetreuen Klassenlehrerin Frau Liesegang nur mäßig beliebt sei, verstehe sich daher von selbst. Nachdem sie bei einer Leipziger Montagsdemonstration durch Zufall gefilmt wurde, wird sie in der Schule angefeindet. Dazu muss Fritzi in dem 86 minütigen Film auch ein Verhör überstehen. Sie hatte versucht, am Rande einer Klassenfahrt nachts ein Loch im Grenzzaun zu finden, um ihrer Freundin den Hund zurückzubringen. Sophie ist inzwischen bei ihrer Oma im Westen.

    Vor der Flucht stellt man der Freundin Sophie in Leipzig noch Fragen, berichtet die dpa weiter über die Details aus dem Film. 

    „Glaubst du, was die in der Schule sagen, dass die drüben alle unglücklich sind?“ Oder: „Was denkst du, warum wollen alle rüber?“ Die Antwort Sophies lautet: „Vielleicht, weil es da immer Bananen gibt und echte Coca-Cola.“ Doch dann wird es ein Stück schwieriger – und es klingt nicht immer nach kindlicher Erkenntnis, etwa wenn Fritzi über ihr Heimatland sagt: „Aber wir sind doch hier eingesperrt, das ganze Land ist wie ein Gefängnis.“

    In die Szenen sind auch historische Aufnahmen integriert wie beispielsweise der Jubel in der Prager Botschaft, als der damalige Außenminister, Hans-Dietrich Genscher, die DDR-Flüchtlinge über ihre Ausreise in den Westen mitgeteilt hatte.

    Zum Schluss ist es Fritzi, die als erste über die geöffnete Grenze geht und ihre Freundin Sophie umarmen will. Während Sputnik nun wieder zu Sophie zurückkehrt, bekommt Fritzi auch einen kleinen Hund. Er soll Rowdy heißen – wie auch ihre DDR-Lehrerin die Demonstranten bezeichnet hatte.

    lk/ae/dpa

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    DDR, 30 Jahre Mauerfall, Mauerfall