23:19 16 November 2019
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    Das Zebra, das am 2. Oktober von der Polizei nahe Liepen erschossen wurde

    „Eiskalter Mord“ in Mecklenburg-Vorpommern: Feuerwehr erschießt Zirkus-Zebra

    © AFP 2019 / DPA / BERND WUSTNECK
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    Ein Zebra ist auf die Autobahn in Liepen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) gelaufen und hat einen Unfall verursacht. Daraufhin erlegte es ein Mitarbeiter der Tierrettung mit zwei Schüssen, berichtete die Deutsche Presse-Agentur.

    Alles fing in der Nacht zu Mittwoch an, als der Zirkus in der Stadt Tessin im Landkreis Rostock ankam. Beim Ausladen sind laut Zirkuschef Jonny Ortmann zwei Zebras abgehauen.

    Die Polizei berichtete, dass eines davon sich einfangen und zurückbringen ließ, das andere jedoch, Pumba, weigerte sich. Sie versuchten es mit Futter und anderen Methoden zu ködern, allerdings ohne Erfolg. Am Mittwochmorgen lief es auf die Autobahn 20 und verursachte dort einen Unfall, bei dem niemand zu Schaden kam.

    Ein Mitglied der Tierrettung der Rostocker Feuerwehr, die ebenfalls wegen dem Vorfall verständigt wurde, erschoss schließlich das Tier mit zwei Schüssen in Liepen, einer kleinen Ortschaft im Landkreis Vorpommern-Greifswald, rund 40 Kilometer östlich von Rostock. 

    Der Zirkus-Dompteur Angelo Madel sprach bei der Aktion von einem „eiskalten Mord“. Laut Madel wurde mit der Polizei vorab über das Gewicht des Zebras und die genaue Menge des Betäubungsmittels für das Tier gesprochen. „Warum?“, fragte Madel: „Pumba war keine Gefahr für Mensch oder Tier“.

    Dasselbe behauptete die Anwohnerin der Ortschaft Liepen Petra Melchin. „Es ging doch gar keine Gefahr aus“, sagte sie. Ihrer Meinung nach hätte neben dem Tier nur ein fünf Meter entferntes Tor zu einem umzäunten Feld geöffnet werden müssen.

    Der Sprecher der Polizei sagte am Donnerstag, dass die Polizei in verschiedene Richtungen ermitteln werde. Somit soll geklärt werden, wie die Zebras entkommen konnten, aber auch, wie es zum tödlichen Schuss kam.

    Der Sprecher der Rostocker Feuerwehr sagte, dass der Vorfall in den nächsten Tagen zu klären sei, allerdings handelt es sich bei dem Schützen um einen erfahrenen Kollegen. 

    Laut dem Rostocker Stadtsprecher Ulrich Kunze sei der Einsatz eines Betäubungsgewehrs nicht möglich gewesen, da eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte. „Das Tier war nach Einschätzung der Mitarbeiter nicht zu bändigen“.

    Die Zirkus-Mitarbeiter wollen Anzeige gegen den Schützen erstatten. Es habe keinen Grund für die tödlichen Schüsse gegeben.

    dg/ae

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    Feuerwehr, Zoo, erschossen, Rostock, Zebra