08:36 18 November 2019
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    Proteste in Bagdad

    Proteste in Bagdad: Irakische Polizei eröffnet Feuer auf Demonstrierende

    © REUTERS / ALAA AL-MARJANI
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    Irakische Sicherheitskräfte haben am Tahrir-Platz im Zentrum von Bagdad mit scharfer Munition auf Demonstranten geschossen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Shafaq am Freitag.

    Demnach versuchten die Polizisten, die Protestierenden zu zerstreuen.

    Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters wurde dabei ein Protestler am Hals verletzt und soll sich nun im kritischen Zustand befinden. Diese Informationen wurden offiziell nicht bestätigt.

    Nach Angaben der Nachrichtenagentur Shafaq sei ein Demonstrierender in der Hauptstadt der Provinz Dhi Qar, Nasiriyah, getötet und mehrere Menschen, darunter auch Sicherheitskräfte, verletzt worden, nachdem die Protestierenden den Amtssitz des Gouverneurs gestürmt hätten.

    Die Protestaktionen, die am Dienstag in Bagdad begannen, hatten sich am Mittwoch auf andere irakische Provinzen ausgeweitet. Die Menschen forderten bessere Lebensbedingungen, die Lösung der bestehenden Probleme in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen und Arbeitsmarkt sowie die Bekämpfung von Korruption. Bei den ursprünglich friedlichen Demos kam es zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften.

    Laut einer Quelle in der Obersten Kommission des Irak für Menschenrechte sind bei den jüngsten Unruhen im Irak 31 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 1188 Menschen seien verletzt worden.

    Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Verweis auf die irakische Polizei und die medizinischen Behörden des Landes von 44 Todesopfern.

    Die irakischen Behörden sperrten den Zugang zum Internet in der Hauptstadt sowie in einigen anderen Gebieten im Zentrum sowie im Süden des Landes und machten die Checkpoints an der Grenze zum Iran dicht.

    In der Nacht auf Donnerstag verhängte der irakische Premier, Adil Abd al-Mahdi, in Bagdad bis auf weiteres eine Ausgangssperre, die bis Donnerstagabend auf die Provinzen Maisan, al-Nadschaf, Dhi Qar Babil, und Wasit ausgeweitet wurde. Allerdings setzten sich die Proteste fort.

    Am Freitagmorgen versprach der irakische Premier in einer Fernsehansprache, er werde versuchen, ein Gesetz über Sozialhilfen für bedürftige Familien durchzusetzen. Zudem gab er die Bildung eines Ausschusses bekannt, der sich mit der Freilassung der festgenommenen Protestler befassen soll. Die im Zuge der Demonstrationen umgekommenen Menschen würden zu Märtyrern erklärt werden.

    asch/ae

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    Feuer, Polizei, Proteste, Protest, Bagdad, irak, Irak