06:50 25 Januar 2020
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    Die sogenannten Deepfakes – täuschend echt wirkende gefälschte Videos – könnten laut dem Experten Shamir Allibhai den Dritten Weltkrieg vom Zaun brechen. Noch sind Deepfakes laut Allibhai relativ leicht zu erkennen. Dies könnte sich in Zukunft aber ändern.

    Sogar Gesichter von Personen können mit der Deepfake-Technologie ausgetauscht werden (Face swapping). Vor einiger Zeit sorgte ein Video für großes Aufsehen, in dem sich das Gesicht des US-Schauspielers Bill Hader mitten in einer TV-Show plötzlich in jenes von Arnold Schwarzenegger verwandelte.

    Für Shamir Allibhai, Direktor der Firma Amber, die sich mit der Verifizierung von Videos beschäftigt, sind solche Videos kein Spaß. Deepfakes könnten am Ende einen bewaffneten internationalen Konflikt auslösen, indem sie als Vorwand für den Erstschlag genutzt werden, warnt Allibhai in einem Interview.

    Vor allem vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie Nordkorea sei dieser Gedanke alarmierend.

    „Länder können sogar ,Beweise‘ mit Deepfakes fabrizieren, als Vorwand, zuerst zuzuschlagen und in den Krieg zu ziehen. Oder ein drittes Land erzeugt und verbreitet Deepfakes, um einen Konflikt zwischen zweien seiner Feinde zu provozieren“, so Allibhai gegenüber der Zeitung „Daily Star“.

    Sollten die Militärs verschiedener Länder keine Mechanismen entwickeln, die inhaltsschwere „Fakes“ entlarven ließen, darunter auch gefälschte Videos mit Spitzenpolitikern, könnten die Folgen laut dem Experten gravierend sein.

    “Stellen Sie sich vor, dass ein Präsident einem anderen Land den Krieg erklärt. Der andere Staat sieht die Kriegserklärung, aber ist die Aufnahme echt? Ein Fake? Soll das andere Land einen präventiven Erstschlag ausführen, für den Fall, dass das Video echt ist? Oder hat der betroffene Staat das Fake-Video selbst als Vorwand für einen Krieg produziert, um ihn vor der eigenen Bevölkerung und der Weltgemeinschaft zu rechtfertigen?“, fragt Allibhai.

    Es könne am Ende genauso laufen wie mit dem berühmt-berüchtigten UN-Botschafter der USA, Colin Powell, mit seinen „Beweisen“ von Massenvernichtungswaffen im Irak. 

    Das Manipulieren von Videos und Audios sei inzwischen extrem leicht geworden. Einige Staaten seien sich nicht zu schade, solche Deepfakes zu Propaganda-Zwecken zu nutzen, entweder um die eigene Bevölkerung zu täuschen oder Angst unter den Feinden zu sähen.  

    Deepfake-Videos sind heute immer häufiger im Internet anzutreffen: Bekannt geworden ist etwa das Video, das Nancy Pelosi, die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, betrunken zeigt. Oder auch eine Aufnahme mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der über sich prahlt: „Stell dir für eine Sekunde vor: Ein Mann kontrolliert Milliarden gestohlener Daten von Leuten, alle ihre Geheimnisse, ihr Leben, ihre Zukunft.“

    ta/gs

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    Tags:
    Krieg, Fakes