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05:49 22 Oktober 2019
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    SDF-Kämpfer in Syrien (Archiv)

    Türkische Luftwaffe fliegt Luftangriffe auf kurdische Ziele in Syrien: Offenbar YPG-Konvoi im Visier

    © AP Photo / STR
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    Die Lage in Syrien eskaliert weiter. Laut dem syrischen Sender Ikhbariya hat die türkische Luftwaffe mindestens einen Luftangriff auf einen Stützpunkt der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) in Syrien geflogen. Kurdische Vertreter dementieren.

    Der Angriff soll sich in der Provinz Hasakah ereignet haben. Das genaue Ziel der Luftangriffe bleibt derweil nicht endgültig geklärt.

    Laut dem Sender Ikhbariya griffen türkische Flugzeuge eine Basis der syrischen demokratischen Streitkräfte (SDF) in der Provinz Hasakah an. Andere Berichte deuteten darauf hin, dass die Luftangriffe auf kurdische Volksschutzeinheiten (YPG) gerichtet waren, die Teil der SDF sind.

    Syrisches Radio Sham FM wiederum berichtet, dass bei dem Angriff zwei Brücken zerstört worden sind, die sich nahe eines SDF-Kontrollpunktes befunden hätten.

    Auch bleibt unklar, ob es Tote oder Verletzte auf Seiten der kurdisch geprägten SDF-Gruppierung gibt.

    Kurze Zeit später wurden auch erste Videos veröffentlicht, die den angeblichen türkischen Luftangriff zeigen sollen.

    Laut dem Autor des Videos soll der Luftangriff einem Konvoi gegolten haben, der Unterstützung für die YPG bringen sollte.

    Laut der kurdischen Nachrichtenagentur Rudaw ​könnte dieser Konvoi von den USA dazu genutzt worden sein, „Material und technische Ausrüstung” vom irakischen Kurdistan über den Semalka-Kontrollpunkt in die syrische Stadt Hasek zu transportieren.

    Der Konvoi soll aus 70 Lastwagen bestanden haben.

    Laut dem Portal Flightradar soll der syrische Luftraum derweil komplett geräumt worden sein.

    ​Flugzeuge meiden den Luftraum.

    Militäroperation angekündigt

    Nur wenige Tage zuvor hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt, dass Ankara in den kommenden Tagen eine Militäroperation im benachbarten Syrien, östlich des Euphrat, starten könnte.

    Das Ziel soll es sein, das Grenzgebiet von kurdischen Formationen wie etwa der kurdischen PKK-Partei und der YPG-Gruppierung zu räumen.

    Erste Fotos sollen bereits den türkischen Aufmarsch an der Grenze zu Syrien zeigen:

    ​Die Türkei bezeichnet kurdische Einheiten der „Demokratischen Union“ (PYD) und der YPG in Syrien als Terroristen. Sie kontrollieren momentan die Bezirke im Norden Syriens und wurden bislang von den USA unterstützt.

    Hierzu soll auch eine Sicherheitszone in der Region geschaffen werden.

    Kurden dementieren Luftschläge

    Kurdische Vertreter haben allerdings dementiert, von türkischen Luftschlägen getroffen worden zu sein.

    ​Die Situation sei „gut”.

    US-Truppen ziehen sich zurück

    Die Vereinigten Staaten hatten ihrerseits einen Rückzug der US-Truppen aus den syrischen Regionen angekündigt, in denen eine türkische Militäroffensive gegen kurdische Einheiten erwartet wird.

    SDF-Vertreter hatten diesen Schritt als einen „Messerstich in den Rücken“ bezeichnet.

    US-Präsident Donald Trump erklärte seinerseits, dass er die türkische Wirtschaft „auslöschen” werde, falls die Türkei bestimmte Grenzen übertritt.

    Kurz nach den türkischen Luftschlägen warnte er zugleich, dass sich etwa 50 US-Soldaten in der Zone befinden, wo die türkischen Streitkräfte eine Militäroperation starten könnten.

    Er warnte Ankara davor, dem amerikanischen Personal Schaden zuzufügen.

    ng/mt

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