08:26 09 Juli 2020
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    Es ist eine sehr skurrile Geschichte: In den USA bekommt ein psychisch erkrankter Mann ein Medikament eines großen Pharmaunternehmens. Nach kurzer Zeit wachsen ihm von dem Mittel Brüste. Er zieht vor Gericht und die Geschworenen sprechen dem Mann unfassbar hohe acht Milliarden US-Dollar Schmerzensgeld zu.

    Der US-Pharmariese Johnson & Johnson ist ein weltweit tätiger amerikanischer Pharmaziehersteller mit Hauptsitz im US-Bundesstaat New Jersey. Mit einem Gewinn von zuletzt rund 16 Milliarden US-Dollar, bei einem Jahresumsatz von etwas mehr als 80 Milliarden, gehört der Konzern zu den weltweit zehn größten Unternehmen der Branche mit Traumrenditen. Doch nun könnte eine milliardenschwere Strafzahlung auf Johnson & Johnson zukommen.

    Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Nebenwirkungen eines seiner Medikamente verschwiegen zu haben. Es geht um das Neuroleptikum „Risperdal“, das gegen psychische Störungen verabreicht wird und laut einem Kläger zu unerwünschten Brustvergrößerungen bei männlichen Patienten führt.

    Ein heikles Urteil…

    Eine Geschworenenjury sprach nun einem Mann in Philadelphia Schmerzensgeld in Höhe von 8 Milliarden Dollar zu. Das sind umgerechnet rund 7,3 Milliarden Euro. Johnson & Johnson bezeichnete das Urteil als "in grober Weise unangemessen" und will das Urteil anfechten. Das Unternehmen sei zuversichtlich, dass die Entscheidung der Jury letztlich keinen Bestand haben werde, berichten US-Medien.

    Es könnte aber durchaus sein, dass die Milliardenstrafe von einem Richter nach unten angepasst wird. Die von den Geschworenen genannten acht Milliarden gelten im US-Recht nur als Empfehlung. Immer wieder kommt es vor, dass hohe Strafen hinterher von Richtern als unverhältnismäßig betrachtet und verringert werden. Definitiv ist der Fall für Johnson & Johnson heikel, da der Konzern mit mehr als Zehntausend ähnlichen Klagen konfrontiert ist. Das aktuelle Urteil könnte also ein Startschuss für eine ganze Reihe ähnlich hoher Schmerzensgeldzahlungen sein.

    mjo/dpa

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    Tags:
    USA, Philadelphia, Johnson & Johnson