22:26 14 Dezember 2019
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    Wurst-Skandal: Hessische Ministerin spricht von drei Todesfällen

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    Die hessische Verbraucherschutzministerin, Priska Hinz (Grüne), geht beim Wurst-Skandal um keimbelastete Fleischwaren der Firma Wilke von mittlerweile drei Todesopfern aus. Laut dem zuständigen Ministerium hat es schon vor dem Listerienfund Anweisungen für eine grundlegende Desinfektion in dem Betrieb und eine Reinigung der Schneidegeräte gegeben.

    Die Verbraucherschutzministerin äußerte sich am Freitag im Darmstadt zu dem Wurst-Skandal. Seit gestern wüssten sie von drei Todesfällen. Nach einem Bericht des Robert-Koch-Instituts sind Patienten in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt „direkt oder indirekt an der Listeriose“ verstorben.

    Natürlich würden sie dem nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg, der für die Überwachung und die Schließung der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH in Twistetal-Berndorf verantwortlich war, eine Frist setzen und erwarteten in den nächsten 14 Tagen einen Bericht.

    Laut dem Verbraucherschutzministerium gab es ab dem 5. September Anweisungen für eine grundlegende Desinfektion in dem Betrieb und eine Reinigung der Schneidegeräte. Das Ministerium habe erst am 16. September von dem Zusammenhang der Listerienfunde mit Krankheits- und Todesfällen erfahren. Ab dem 20. September hätten von jedem Produkt Proben genommen werden müssen. Geschlossen wurde die Firma Wilke erst am 2. Oktober.

    Hinz äußerte sich mit Vorsicht bezüglich möglichen Versäumnissen bei der Kontrolle durch den Landkreis. Sie maße sich nicht an, zu sagen, ob im Kreis geschlampt worden sei. Das Verbraucherschutzministerium habe auf eine Schließung des Unternehmens gedrungen, letzten Endes sei aber der Kreis dafür zuständig. Es müsse nun erstmal der Bericht abgewartet werden.

    Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Kassel wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Geschäftsführer, doch das Unternehmen reichte am Donnerstag beim Verwaltungsgericht Kassel einen Eilantrag gegen die vorläufige Schließung an.

    In den Fleischwaren von Wilke waren wiederholt Listerien nachgewiesen worden. Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Bundesweit wurden bereits 37 Krankheits- und drei Todesfälle registriert, die sich auf die gefährlichen Keime zurückführen lassen.

    Auch in den Niederlanden sind nach Angaben der niederländischen Gesundheitsbehörde in den vergangenen zwei Jahren drei Menschen an den Folgen des Konsums von keimbelasteter Wurst gestorben. Die Behörde geht davon aus, dass die Wurstwaren von einer niederländischen Firma stammten. Ob es einen Zusammenhang zu dem Fall in Deutschland gibt, ist unklar.

    mk/ae

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    Tags:
    Fleisch, Verbraucherschutz, Deutschland