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12:26 19 Oktober 2019
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    Pilze (Symbolbild)

    Drei Jahrzehnte nach Tschernobyl: Pilze in Bayern „strahlen“ noch immer

    © AP Photo / ARNO BALZARINI
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    33 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind einzelne Wildpilzarten in Bayern immer noch stark radioaktiv belastet. Das teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am Mittwoch mit.

    Laut BfS sind etwa Semmelstoppelpilze, Elfenbein- und Braunscheibige Schnecklinge sowie Maronenröhrlinge betroffen. Im Extremfall enthalte eine einzige Mahlzeit dieser Pilze mehr Cäsium-137 (ein Produkt der Kernspaltung), als man mit anderen Lebensmitteln aus landwirtschaftlicher Produktion in einem ganzen Jahr zu sich nehme, so Inge Paulini, Präsidentin des BfS. Sie empfiehlt denjenigen, die ihre „persönliche Strahlenbelastung“ so gering wie möglich halten möchten, keine stark belasteten Pilzarten aus höher belasteten Regionen zu essen.

    Verbraucher, die Wildpilze im Handel kaufen würden, müssten keine Bedenken hinsichtlich einer hohen Strahlenbelastung haben. Die Einhaltung der zugelassen Grenzwerte für Wildpilze würde von der Lebensmittelüberwachung in Stichproben kontrolliert.

    Gewitter nach Tschernobyl

    Die höchsten radioaktiven Gehalte wurden in kleineren Waldgebieten im Bayerischen Wald, im Donaumoos südwestlich von Ingolstadt, im Berchtesgadener Land und in der Region Mittenwald ermittelt. Nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl wurden die genannten Gebiete in Bayern zehn Mal heftiger belastet als beispielsweise Norddeutschland.

    Anfang Mai 1986 gingen über diese Gebiete Gewitter nieder. Das radioaktive Cäsium aus dem Niederschlag konnte sich dort in den Waldböden längere Zeit halten als beispielsweise auf Ackerböden und wird von einigen Pilzarten aus tiefer liegenden Bodenschichten aufgenommen. BfS zufolge ist das Cäsium-137 wegen seiner Halbwertszeit von rund 30 Jahren bisher etwa nur zur Hälfte zerfallen.

    mk/gs

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    Tags:
    Pilze, Bayern, Tschernobyl-Katastrophe