07:36 18 November 2019
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    Kurden protestieren gegen türkische Militäroffensive in Köln am 12. Oktober 2019

    Kämpfe in Syrien: Experte warnt vor Türken-Kurden-Konflikt in Deutschland

    © REUTERS / THILO SCHMUELGEN
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    Die türkische Militäroperation in Syrien könnte laut einem Experten auch in Deutschland zu einer Radikalisierung auf der kurdisch- wie auch türkischstämmigen Seite führen: Während die Deutsch-Kurden die Offensive ablehnen, stimmt man in der türkischen Community dem Einmarsch zu.

    Das Verhältnis zwischen Menschen mit kurdischen und türkischen Wurzeln ist in Deutschland laut Experten schwierig – und droht weiter ernsthaft belastet zu werden. Mit der türkischen Militäroffensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien wüchsen auch die Spannungen hierzulande, sagte der Politikwissenschaftler und Türkei-Experte Burak Çopur der Deutschen Presse-Agentur in Dortmund. 

    Werde der Kurdenkonflikt nicht friedlich gelöst, sei auch in Deutschland eine Radikalisierung auf der kurdisch- wie auch türkischstämmigen Seite zu befürchten. Eine Eskalation könne nicht ausgeschlossen werden.

    „Die Kurdenfrage ist ein ungelöster Identitätskonflikt in der Türkei, der mit der Migration auch nach Deutschland getragen wurde“, betonte Copur, Professor an der privaten Hochschule IUBH Dortmund.

    Die Deutsch-Kurden – nach Schätzungen sind es bundesweit bis zu 1,2 Millionen – lehnten die türkische Offensive mehrheitlich deutlich ab. Viele seien bereits gegen die Militäraktion auf die Straße gegangen. In der türkischen Community, die von islamisch-konservativen Milieus dominiert sei, stimme man dem Einmarsch überwiegend zu.

    Die Türkei hatte am Mittwoch eine militärische Operation gegen kurdische Milizen in Nordsyrien begonnen. Vor diesem Hintergrund wächst international die Sorge vor einem möglichen Wiedererstarken der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS)*: In den von Kurden kontrollierten Gebieten werden Tausende Terror-Kämpfer gefangen gehalten.

    Seit Beginn der türkischen Offensive sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks Zehntausende auf der Flucht. Die Regierung in Ankara will eine sogenannte Sicherheitszone unter ihrer alleinigen Kontrolle einrichten, aus der sich alle Kurdenmilizen zurückziehen sollen. Sie will dort auch Millionen syrische Flüchtlinge ansiedeln, die derzeit in der Türkei leben. Gegen den türkischen Militäreinsatz protestierten am Samstag in mehreren deutschen Städten Tausende Menschen.

    sp/ae/dpa

    * Terrororganisation, in Russland verboten

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    Tags:
    Eskalation, Konflikt, Kurden, Deutschland, Syrien, Türkei